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Finanzkrise

Abgeordnete für Schulden zahlen lassen

blogfuerst 14. Januar 2009

Vor dem Hintergrund des zur Zeit stattfindenden Überbietungswettbewerbes in Sachen Konjunkturpaket – “Wer bietet mehr und gibt mehr aus?” – scheint der Vorschlag des FDP-Bundestagsabgeordneten Christoph Waitz notwendiger denn je:

Wenn sie [die Abgeordneten] am eigenen Geldbeutel erfahren, was es heißt, mehr Schulden zu machen. Mein Vorschlag ist, dass ein Abgeordneter für jede Milliarde Euro mehr Neuverschuldung, die der Bundestag beschließt, auf ein Prozent seiner Diät verzichten muss. Allerdings maximal 30 Prozent.

In Kanada wird dieses Prinzip bereits erfolgreich praktiziert. Leider bezweifle ich sehr, dass die wohlstandsgenährten Abgeordneten der sogenannten Volksparteien einer derartigen Dispziplinierungsmaßnahme jemals zustimmen dürften.

Clip-Rückblick auf 2008

blogfuerst 31. Dezember 2008

Auch hier gibts nen Rückblick auf das Jahr 2008. Allerdings in Clip-Form:

Ganz im Zeichen des Terrors von Schäuble und seiner Konsequenzen stand dieses Jahr:

Deshalb musste natürlich mehr Sicherheit her – und zwar so: Den ganzen Beitrag lesen »

“Bad Banker”

blogfuerst 27. Dezember 2008

Mit der Finanzkrise haben die Banker dieser Welt bewiesen, welche Prinzipien sie haben – nämlich keine. Bei dem ganzen Desaster glaubt man aber nicht, dass es noch Banker gibt, die diese Misere noch toppen könnten. Der Chef des deutschen Bankenverbandes Manfred Weber hat zusammen mit seinen Kollegen gefordert, dass eine staatliche “Bad Bank” eingerichtet werden sollte, welche die vielen “Giftpapiere” aufkaufen solle. Natürlich nicht zum Marktpreis, denn der liegt ja praktisch bei null. Das Ziel ist einfach:

“Jüngst war von verschiedenen Bankmanagern, unter anderem Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und WestLB-Vorstandschef Heinz Hilgert, die Bildung einer sogenannten Bad Bank zur Ausgliederung fauler Wertpapiere und problematischer Kreditengagements vorgeschlagen worden. Ackermann hatte vor möglichen Abschreibungen in dreistelliger Milliardenhöhe gewarnt, die der deutschen Bankenbranche ansonsten drohten.”

Im Ergebnis soll der Staat die Banken Den ganzen Beitrag lesen »

Konsumgutscheine und Lebensmittelmarken

blogfuerst 24. Dezember 2008

Der Vorschlag von einigen führenden SPD’lern darunter die stellvertretende Bundesvorsitzende Andrea Nahles, den Bürgern Konsumgutscheine in Höhe von 500 Euro zu “schenken”, wurde bereits vielfach kritisiert. Aus meiner Sicht ist der höchst kurzfristige Strohfeuer-Effekt einer solchen Maßnahme weniger das Problem. Die Politiker verbrennen täglich Unsummen an Steuergeldern. Das größere Problem an diesem Vorschlag ist die Sichtweise seiner Befürworter. Ginge es ihnen wirklich nur um “mehr Geld in den Taschen der Bürger”, hätten sie diesen Betrag einfach direkt ausbezahlt oder in Form von Steuersenkungen den Bürgern gereicht. Mit dem Konsumgutschein aber wollen die Befürworter dem Einzelnen mehr oder weniger vorschreiben, was er mit diesem Geld zu tun und zu lassen hat. Er soll es z.B. nicht anlegen oder sparen. Wohin diese Sichtweise führt, wenn man sie konsequent zu Ende denkt, hat Australien gezeigt. Dort wurde der Vorschlag von Konsumgutscheinen tatsächlich umgesetzt. Den ganzen Beitrag lesen »

Internationales Bankenmonopol ?

blogfuerst 22. Dezember 2008

Marcus Viefeld hat in seinem “fifi Blog” eine interessante Feststellung getätigt, die ich mal aufgreifen möchte.

fifi argumentiert, dass wegen der starken internationalen Verflechtung der Banken, diese so etwas wie einen monolithischen Block bilden, der ein Quasi-Monopol darstellt. Und weil es außer den Beteiligten in diesem Block keine weiteren Mitbewerber gibt, die z.B. Kredite anbieten könnten, existiert somit kein wirklicher freier Markt, der ja zur Zeit als Sündenbock überall herhalten muss.

Der Denkansatz ist m.E. höchst interessant und könnte zu einer besseren Lösung beitragen. Ich würde das internationale Bankensystem allerdings nicht als Monopol oder Block bezeichnen, sondern einfach als ein internationales Kartell, dass aus wettbewerbsrechtlicher Sicht schädlich ist und deshalb bekämpft werden Den ganzen Beitrag lesen »

Schrottpapiere für die Banker

blogfuerst 21. Dezember 2008

Im Umgang mit der Finanzkrise gab es ja jede Menge Vorschläge für Maßnahmen zur Lösung der Krise. Die mit Abstand interessanteste Maßnahme bisher kam von der Firmenleitung der Credit Suisse:

Die Credit Suisse krempelt ihr Bonusmodell schon wieder um. Investmentbanker erhalten einen guten Teil ihrer Boni künftig in Schrottpapieren statt in Aktien. Die Credit Suisse zaubert für die Boni ihrer Investmentbanker eine neue Formel hervor, die an die Nationalbank-Hilfe für die UBS erinnert: Sie lagert toxische Schrottpapiere im Wert von rund 5 Milliarden Dollar in ein Investmentvehikel aus und befreit so ihre Bilanz von dieser Last. Dieser Topf wird mit illiquiden kommerziellen Hypotheken und Unternehmensanleihen gefüllt und an die Chefs der Investmentbank weitergereicht. Deren Boni werden im kommenden Frühling nur noch zu rund 20 Prozent in Form von Aktienanteilen ausbezahlt. Der Rest wird aus Anteilsscheinen für diesen Schrott bestehen. In den Genuss der Neuregelung kommen 1000 bis 2000 Kaderleute der Investmentbank – vorwiegend in New York.

Das klingt irgendwie nach der ultimativen und gerechtesten aller Lösungen. Statt großzügiger Bonuszahlungen kriegen die Verursacher ihren eigenen Mist zurück.

Krombacher statt Commerzbank

blogfuerst 28. November 2008

Bin zwar kein passionierter Biertrinker. Aber die folgende Rechnung hier beweist mehr als deutlich, dass man in Zeiten von Wirtschafts- und Finanzkrise nicht sparen sollte, sondern besser alles verprasst und ein fröhliches Leben führt. So wie es die Argentinier seit Jahr und Tag tun.

Wer vor 18 Monaten  1.158,48 € in die Aktien der Commerzbank investiert
hat, musste sich 18 Monate lang über fallende Kurse ärgern und hat heute noch 215,28 € übrig.

Wer vor 18 Monaten 1.158,48 € in Krombacher Bier investiert hat, konnte:
- 18 Monate lang jede Woche einen Kasten herrliches Pils genießen
- war ständig heiter
- hatte viel Spaß
- hat den Regenwald gerettet
- und hat heute noch Leergut im Wert von 223,20 €

Na denn: *PROST* !

Rettungspaket befeuert Gier

blogfuerst 29. Oktober 2008

Die US-amerikanische Bank J.P.Morgan Chase nutzt die Rettungskredite der Regierung offenbar dazu, andere angeschlagene Finanzkonzerne aufzukaufen. Unternehmenskäufe werden meistens durch Kredite finanziert, die in der jetztigen Finanzkrisensituation schwierig zu bekommen sind. Banken trauen sich ja untereinander kaum über den Weg. Der preisgekrönte NYT-Journalist Joe Nocera hat offenbar diese vertrauliche Information erhalten mit dem O-Ton aus einer J.P.Morgan Chase-Besprechung:

“Twenty-five billion dollars is obviously going to help the folks who are struggling more than Chase,” he began. “What we do think it will help us do is perhaps be a little bit more active on the acquisition side or opportunistic side for some banks who are still struggling. And I would not assume that we are done on the acquisition side just because of the Washington Mutual and Bear Stearns mergers. I think there are going to be some great opportunities for us to grow in this environment, and I think we have an opportunity to use that $25 billion in that way and obviously depending on whether recession turns into depression or what happens in the future, you know, we have that as a backstop.”

Dieses Verhalten ist eigentlich nichts anderes wie das Feilbieten von Wucherkrediten an hoch verschuldete Leute. Dem Zivilrecht nach sind solche Geschäfte nichtig. Wesentlich schwieriger ist es, solch ein Verhalten strafrechtlich zu verfolgen. Irgendwie läuft in diesem System etwas gewaltig schief….

Link: (via)

Finanzkrise auf dem Dorf

blogfuerst 29. Oktober 2008

Um die Hintergründe der Finanzkrise besser verstehen zu können, kursiert im Internet ein Text, der die Finanzkrise und ihre Verantwortlichen auf die Situation in einem Dorf herunterbricht:

Es war einmal ein kleines Dorf auf dessen Marktplatz eines Tages ein Fremder erschien und laut bekannt gab, dass er für jedes gefangene Eichhörnchen 10 Euro bezahlen würde. Die Leute aus dem Dorf wussten, dass es große Mengen an Eichhörnchen in ihren Wäldern gab und sie machten sich fleißig auf, die Tiere zu fangen und der Fremde kaufte tausende davon auf. Doch irgendwann gab es immer weniger Eichhörnchen und es wurde schwieriger welche zu fangen, so dass die Dorfbewohner wieder ihrer normalen Arbeit nachgingen. Da gab der Fremde bekannt, dass er ab sofort die Eichhörnchen für 20 Euro pro Stück kaufen würde und erneut zogen die Leute des Dorfes auf die Jagd nach den flinken Baumbewohnern. Bald gab es wirklich kaum noch Eichhörnchen und nach einer weiteren Erhöhung des Angebots durch den den Fremden auf 25 Euro pro Stück, gab es gar keine mehr und die Menschen gingen zurück auf ihre Felder und zu ihren Bauernhöfen. Jetzt stellte sich der Fremde auf den Marktplatz und rief, dass er ab sofort 50 Euro pro Eichhörnchen zahlen würde. Aber, da er dringend in die Stadt müsse, werde sein Assistent in der Zwischenzeit die Geschäfte für ihn übernehmen. Gesagt, getan. Doch als der Assistent am nächsten Tag auf dem Marktplatz die Dorfbewohner zusammenrief hatte er einen neuen Plan. Er hob die Plane von den Käfigen in denen alle Eichhörnchen gefangen waren und rief: “Ich verkaufe euch die Tiere für 30 Euro pro Stück.” Ein wütendes Gemurmel ging durch die Menge. “Aber!!” rief der Helfer weiter. “Aber!!! Wenn mein Chef morgen aus der Stadt zurückkehrt, könnt ihr ihm die Tiere für 50 Euro pro Stück wieder verkaufen.” Die Dorfbewohner rasten los, kratzten alles Geld zusammen, das sie finden konnten und kauften alle Eichhörnchen für ein paar Milliarden Euro zurück. Den Fremden oder dessen Assistenten hat danach niemand wieder gesehen; dafür aber jede Menge Eichhörnchen.

Immer auf die Kleinen

blogfuerst 14. Oktober 2008

Ein Land hat die Finanzkrise besonders hart getroffen. Island, das Land mit der vermeintlichen Elfenbeauftragten, hat Schulden die die Höhe des eigenen Bruttoinlandsproduktes übersteigen und nun daran Bankrott zu gehen droht. Damit aber nicht genug. Das in Sachen Anti-Terror-Kampf mit Gesetzen hochgerüstete Vereinigte Königreich, erklärt Island gar zum Staatsfeind, der mit allen Mitteln – also auch den Anti-Terror-Mitteln – bekämpft werden würde.

“I’ve spoken to the Icelandic prime minister, I have told him this is effectively an illegal action that they have taken. We are freezing the assets of Icelandic companies in the UK where we can. We will take further action against the Icelandic authorities where necessary to recover the money.”

Die Briten sind verständlicherweise verärgert darüber, dass sie keinen Zugriff auf ihre isländischen Anlagen haben. Hierbei sollte man aber berücksichtigen, dass die eine Seite (Island) um das wirtschaftliche Überleben ihrer Volkswirtschaft kämpft, während auf der anderen Seite (UK) Sparer lediglich keinen Zugriff auf ihre Vermögenswerte haben. Hierauf mit Anti-Terror-Maßnahmen zu reagieren, hat schon was von Raserei. Bleibt nur zu hoffen, dass die Briten nicht – wie die Amerikaner – ihre Kampfflugzeuge entsenden, um wirtschaftliche Interessen in andern Ländern durchzusetzen.

Bin zwar kein Finanzexperte – Aber wenn die Schulden der früher noch privaten isländischen Banken tatsächlich so exorbitant hoch waren, wie befürchtet; wäre es da nicht besser für das ganze Land gewesen, dass man die Banken einfach insolvent gehen lässt ? Damit löst sich das Schuldenproblem auf einen Schlag und der Staatshaushalt muss nicht wie jetzt in die Haftung für die privaten Schulden.

Ich hoffe nur, dass sich Politiker hierzulande die Briten nicht zum Beispiel nehmen und die hiesigen “Anti-Terror-Maßnahmen” (z.B. Online-Durchsuchung, Anti-Terror-Datei, Vorratsdatenspeicherung,…) bald auch gegen alles mögliche anwenden wie Zahlungssperren oder Bagatellkriminalität.

Finanzkrise vs. Erfahrungswerte

blogfuerst 13. Oktober 2008

Die Folgen der Finanzkrise werden immer grotesker. Politiker der Linkspartei nutzen die Finanzkrise gerade nicht dazu, auf den geschwächten Kapitalismus verbal einzuprügeln. Die als spießig und provinziell geltenden Sparkassen und Volksbanken erleben einen nie dagewesenen Zustrom. Die sogenannten “Raubtierkapitalisten” – also Investmentbanker und Finanzmanger – rufen nach dem Staat. Praktisch jeder Fernsehbericht über die Finanzkrise wird mit der Frage eingeleitet: “Ist die freie Marktwirschaft gescheitert?” Der keltische Tiger Irland ist bretthart auf dem Boden der Ernüchterung gelandet…

Verkehrte Welt? Chaos pur? Irgendwie scheint beim Thema Geld nicht nur bei den verantwortlichen Finanzmanagern, sondern auch bei allen anderen Beteiligten der Verstand in Urlaub geschickt zu werden. Eigentlich müssten doch die älteren Semester unter den Bankern, aufgrund ihrer jahrzehntelangen Erfahrung etwas gelassener reagieren. Immerhin sind die Börsenwerte leidiglich auf den Stand von Anfang 2006 gesunken! 2003 waren sie sogar noch weit unter den heutigen “Niedrig-Rekord-Werten”. Da frage ich mich doch, wie man auf die Idee kommen kann, eine Aktie notzuverkaufen, deren Wert auf den Stand von vor zweieinhalb Jahren gesunken ist ? Ich würde zwar nicht so weit gehen und das als Jammern auf hohem Niveau bezeichnen, aber zumindest sollte man nicht so extreme Schwarzmalerei betreiben. 2003 hat ja schließlich auch niemand die Marktwirtschaft für tot erklärt…

Pispers zeitlos

blogfuerst 13. Oktober 2008

Böse aber wahr. Pispers bewertet die Vorgänge in der Hochfinanz. Das schon etwas ältere Stück ist in der derzeitigen Finanzkrise jedoch aktueller denn je…

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