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Angriff auf wikileaks

blogfuerst 21. August 2010

Jetzt wollte ich grade schon zu dem in Schweden ausgerufenen Haftbefehl gegen den wikileaks-Kopf Julian Assange bloggen, da heißt es schon wieder Kommando zurück. Dass da die Amerikaner dahintersteckten weiß jeder halbwegs politisch Interessierte. Die CIA hat schon wegen wesentlich weniger, Menschen ermordern lassen. Aber wikileaks hat sich mit der massenhaften Veröffentlichung geheimer US-Militärdokumente die mächtigste Organisation der Welt – das US-Militär – zum Feind gemacht. Dass die nicht immer rechtstaatlich oder menschen- bzw. völkerrechtskonform – geschweige denn legal – arbeiten ist keiner besonderen Erwähnung wert. Und als einziger für wikileaks in der Öffentlichkeit stehende Kopf ist Assange damit quasi der Staatsfeind Nummer 1.

Aus dem Bauch heraus, hätte ich darauf getippt, dass die CIA im größeren privaten Umfeld von Assange ein paar Frauen herausgesucht hat, denen sie sehr viel Geld angeboten hat, wenn sie behaupten Assange hätte sie vergewaltigt. Sowas kann man ja zum Glück leicht recherchieren…

In meinen Augen ist diese Anschuldigung eine Steilvorlage für Assange in die Offensive zu gehen. An seiner Stelle würde ich wohl das schwedische Pendant zu Udo Vetter beauftragen und offensiv gegen die Anschuldigungen anstinken. Das bedeutet sich stellen, kooperieren und möglichst schnell einen Prozess herbeiführen, bei dem das “angebliche Vergewaltigungsopfer” dann seine Aussage vermutlich zurückziehen wird, vor dem Hintergrund des dadurch ausgelösten Medienrummels, dessen sie sich offenbar nicht so ganz bewußt war, als sie das Geld annahm. So eine Aktion ist notwendig, denn sie verschafft Assenge sowas wie eine “praktische Immunität” für die Zukunft. Wenn einmal ein so schwerwiegender Vorwurf in der Luft zerissen wird und als das entlarvt wird, was er ist – eine Hetzkampagne der US-Regierung – dann wird sich wahrscheinlich kein einziges unabhängiges Justizorgan der westlichen Welt mehr trauen irgendwelchen Behauptungen gegen Assenge Vertrauen zu schenken. Ganz zu Schweigen von dem Märtyrer-Status den Assenge dadurch erlangen würde.

Gerade jetzt sollte sich jeder überlegen, ob er nicht 2, 5, 10, 50 oder 100 € an wikileaks spendet.

 

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