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O-Töne zur Loveparade-Tragödie

blogfuerst 25. Juli 2010

  • Zweiter Pressebericht mit schweren Sicherheitsbedenken vier Tage vor der Loveparade.

Hier ein paar ausgewählte Leserkommentare aus dem Spiegel-Online-Forum:

  • Wenn ich mir die Bilder und das Konzept so anschaue, dann sehe ich hier ganz klar, worauf es ankam. PROFIT! Schön alle Kontrollieren, damit bloss niemand auf die Idee kommt eigene Getränke mitzubringen, Verpflegung oder sonstiges, damit jeder das schön auf dem Gelände kaufen muss. Das war in Berlin nicht so. Da gab es “fliegende” Händler, oder Menschen, die einfach ein paar Dosen am Strassenrand verkauften. Was der Kontrollwahn bewirkt hat ist zu sehen. Eine solche Menschenmenge läßt sich nur wie in Berlin so steuern, dass es viele Zugänge gibt, wenig Kontrollen und mehr Bewegungsfreiheit. Aber man wollte ja schön den Profit abgreifen. Der wahre Sinn der Loveparade “LOVE” ist mit der Kommerzialisierung hopps gegangen Link
  • Ich war in Berlin einmal auf der Love Parde dabei und ich erinnere mich, dass ich noch nie in meinem Leben so viele fröhlich und absolut firedfertige menschen auf einen haufen gesehen habe. Das ist nicht der Karnevalspöbel aus Köln. Bei der Love-Parade haben sich Leute entschuldigt, die mir in der Enge aus Fernsehen auf die Füße getreten sind. Ob mit oder ohne Drogen wäre das passiert. Schuld tragen einzig und allein die Veranstalter und die Polizei und niemand sonst. Das muss mal deutlich gesagt werden. Link
  • Es war mehr, es war eine bodenlose Dummheit. Da wollten sich drittklassige Kummunalpolitiker das Mäntelchen der Weltläufigekeit umtun und — haben kläglich versagt. Link
  • In D muss ein Bürgermeister wahrscheinlich erst eigenhändig 19 Menschen ermordet haben, bevor er sich dazu bequemt, zurückzutreten. Die Entscheidungsträger haben hier eine Katastrophe regelrecht geplant, das war ein zynisches Menschenexperiment. Rücktritt ist das Mindeste, strafrechtliche Konsequenzen müssen folgen. Link
  • Dem selbsternannten Panikforscher scheinen grundlegende physikalische Gesetze nicht geläufig zu sein – Zitat: ” … Einige von ihnen seien dann von der Treppe aus einer Höhe von acht bis zehn Metern nach unten gestürzt. Dass “Menschen von oben herunterfallen” sei ein Fall gewesen, der überhaupt nicht in dem Sicherheitsplan vorgesehen gewesen sei, betonte Schreckenberg. … “ und der Experte soll Physikprofessor sein. Link
  • Die Loveparade gibt es seit über 20 Jahren mit weit aus mehr Teilnehmern und noch nie ist so etwas oder vergleichbares passiert, weil die Verantstalter auch nie auf die bekloppte Idee kommen würden alle Besucher durch einen Eingang zu prügeln. Ganz im Gegenteil, ohne Grenzen oder Zäune, wurde in ganz Berlin gefeiert – auf der Straße. Da wollte ein kleines Nest mal einen auf dicke Hose machen und mit den große mithalten und das ist der Preis dafür. Gratuliere – Duisburg wird ab sofort niemand mehr vergessen. Jetzt kennt jeder die Stadt, genauso wie Rammstein. Link
  • Kein Hotel- oder Gaststättenbetrieb hätte eine Betriebsgenehmigung bekommen bei so schlechten Fluchtwegen. Link
  • Ein fataler Fehler? Ein absoluter Skandal! Wie kann man nur auf die hirnverbrannte Idee kommen 1 Million feiernde junge Menschen hinter riesigen, von Polizei gesicherten Bauzäunen wie Herdenvieh einzupferchen? Dieser völlig überzogene, martialisch beängstigende Ordnungswahn geht ja auf keine Kuhhaut mehr. Nur ein einziger Zugang und der führt durch einen Tunnel? Der Boden des Geländes besteht zum Grossteil aus Dreck, Schotter und Split. Man kann sich ja schon allein vor der Auswahl des Ortes nur fassungslos an den Kopf greifen. Ist dieser anbgewrackte dreckige Ort das einzige, was die “Kulturhauptstadt” für jungen Menschen übrig hat? Ein grauenhaftes, unheimliches Symbol für die Zukunft wird da aufgezeigt. Und dazu passt die Wortwahl des Oberbürgermeister von Duisburg Adolf Sauerland: „ Es ist dafür gesorgt worden, dass nur die Größenordnungen in den Tunnel geleitet wurden, die der Tunnel verkraftet. Aber soweit wir das Szenario kennen, sind die Toten entstanden, weil man Sicherheitsvorkehrungen überklettert hat und dann abgestürzt ist.“ Da bleibt einem einfach die Spucke weg. Link
  • der ganze menschenstrom muss ja so typisch deutsch in geordneten bahnen verlaufen.warum macht die polizei nicht die absperrungen auf ? ein wahnsinn ,bei uns muss sogar in reih und glied gestorben werden. Link
  • Oberstes Gebot ist es, Absperrungen an den Engstellen zu vermeiden. Eine Absperrung vor einer nachdrängenden Menschenmenge noch zu errichten, ist eine grob fahrlässige Tötung.[...]Tote bei Massenveranstaltungen gab es in der Regel nur durch Absperrungen am falschen Ort. Link

==> Zitatesammlung aus den Leserkommentaren zu einem Pressebericht vom Juni diesen Jahres:

ich sehe für dieses event mehr als schwarz. das wird katastrophal!!!
[#7 von traveldevil , am 04.06.2010 um 17:52]

Ja nee, ist klar….die Besucher werden brav wie die Lemmings alle hintereinander den riesen Umweg ablaufen….. wie war das mit dem Zitronenfalter… wer glaubs wird seelig. Und wenn die Absperrung zwischen Autobahn und Eisenbahnstrecke nicht annähernd vergleichbares wie die Berliner Mauer ist, wird das die erste Loveparade mit Verletzen sein, wenn nicht noch schlimmeres passiert
[#8 von WecktMich.IchTräume , am 04.06.2010 um 17:59]

sehe ich das richtig, dass die versuchen 1 million menschen über die 1-spurige! TUNNELSTRAßE! Karl-Lehr-Straße mit zwischendurch 2 kleinen trampelpfaden hoch zum veranstaltungsgelände zu führen? also in meinen augen is das ne falle. das kann doch nie und nimmer gut gehen. wer in essen und dortmund dabei war weiß wie groß das gedränge schon auf recht weitläufigen zugangswegen war. das war schon ne katastrophe und die wollen ernsthaft den zugang über nen einspurigen TUNNEL leiten? ich fass es nicht!!!! ich seh schon tote wenn nach der abschlußkundgebung alle auf einmal über diese mickrige straße das gelände verlassen wollen.
[#31 von klotsche , am 07.06.2010 um 15:30]

Das Knallt wenn 1 Mio. dahin wollen wo nur für 250 000 platz ist! Arme Anwohner!
[#32 von DuisburgFreund , am 07.06.2010 um 15:54 ]

“An alle Zweifelnden: BLEIBT ZUHAUSE !! Der einzige Zugang liegt in einem Tunnel, ist maximal 15 Meter breit (also etwa wie die Bahnhofshalle) und besteht aus Kopfsteinpflaster.(…)
[#53 von wattearvolt , am 21.07.2010 um 20:09]

==> gesammelte SPON-Kommentare aus Juni und Juli vor Beginn

“Janinschwein”: “Die Leute wie Vieh einpferchen und dann zu sagen, es solle die Massen entzerren ist ja wohl echt ein Witz!! Nein, wirklich sehr sehr schade, hätte gut werden können, aber sowas…da bleib ich zu Hause! Tottrampeln lassen wollte ich mich eigentlich nicht!”

“traveldevil”: “Da war jemand bei der Planung besonders pfiffig: Alles auf einen Fleck, das entspannt die Lage in keinster Weise. Die Leute werden von allen Seiten strömen. Und dann noch das Problem mit den Schiene und der A59. Ich sehe für dieses Event mehr als schwarz. Das wird katastrophal!”

“voltage”: “Das Schlimme an dieser Geschichte ist doch, dass man anschließend diese organisatorischen Vollidioten noch nicht mal zur Verantwortung wird ziehen können. Was die da machen, ist höchstgradig kriminell. Was ist denn, wenn zu dem Chaos noch Panik kommt, was ist dann? Panik heißt Flucht, und Flucht heißt Ausdehnung. Wohin soll sich diese Masse an Menschen ausdehnen, wenn was schief geht, und Panik ausbricht?”

“computerprinzessin”: “Ich wünsche den Mitwirkenden gutes Gelingen! Ich selbst tue mir das nicht an.”

“Lover__P”: “Ich bin kein Nörgler, eigentlich, aber was sich Veranstalter und Stadt hier erlauben, ist eine gefährliche Frechheit. Eine Örtlichkeit zur Verfügung zu stellen, die maximal 350.000 Leute aufnehmen kann, obwohl man ahnt, dass etwa 800.000 Leute kommen werden, wird die Stimmung kippen lassen. Man stelle sich bitte 400.000 Menschen vor, die rund um den Gelben Bogen vergeblich Einlass begehren. Wahnsinn. Die Verletzungen auf dem Gelände selbst werden in die Tausende gehen, und die Floats werden gar nicht fahren! Nun denn, Love Parade war für mich immer ein Stück Freiheit, aber 350.000 Menschen auf gefährlichem Schotter eingzeäunt und zusätzlich Absprerrungen, Gängelei durch die Polizei und maßloses Unterschätzen der Gefahren – das ist nicht Freiheit, sondern Dummheit. Am Sonntag wissen wir mehr und ich hoffe, die Besucher kommen mit einem ‘blauen Auge’ davon. Die kleinste Panik und der Mob eskaliert. Wetten?”

 

Eine Reaktion zu “O-Töne zur Loveparade-Tragödie”

  1. Michaam 25. Juli 2010 um 15:09 Uhr

    1. Duisburger Bürgermeister, Duisburger Stadtrat, Duisburg Marketing:

    Erpicht Duisburg als Europäische Kulturhauptstadt Nr. 1 zu krönen.

    2. Herr Schaller / Loveparade Veranstalter

    Prahlt auf der Loveparade Webseite mit 1,0 1,2 und 1,6 Mio. Besuchern i.d. letzten Veranstaltungen und stimmt einem Veranstaltungsgelände zu, welches über einen viel zu kleinen Auf/Abweg verfügt.

    3. Schreckenburg, “Panikforscher”, gab trotz allem ein Unbedenklichkeitsgutachten ab.

    Fazit: 19 Tote

    Warum?

    Wer glaubt Tausende Menschen würden nach einem genauen Plan gesittet und zeitlich breit verteilt Veranstaltungen besuchen und verlassen, glaubt auch an den Weihnachtsmann.

    Herr Loveparade Staatsanwalt, ich beantrage mind. 5 Jahre Haft ohne Bewährung für:

    Grob fahrlässige Tötung in 19 Fällen -und-
    Grob fahrlässige Körperverletzung in über 300 Fällen.

    Der Grund über unabgesicherte Treppen flüchten zu müssen ist Angst erdrückt zu werden, und nicht Ungeduld.

    Ich fühle tiefes Beileid für die Opfer dieser unverantwortlichen Entscheider!

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