seit 06.06.2010 wird zurückgeschossen…
blogfuerst 7. Juni 2010
Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki hatte es in einem Interview vom 22. März 2010 bereits angekündigt, dass nach der NRW-Wahl die FDP Richtung CSU zurück”hauen” wird:
[Kubicki....] Wir halten uns an keine Schmusekursabsprachen, die die andere Seite schon lange nicht mehr einhält. Auf unseren Erfolg folgen weitere Schritte, definitiv. Das Verhältnis zur Union würde deutlich rauer. Das bekäme insbesondere die CSU zu spüren, bei der wir jede Hemmung fallen lassen würden.
ZEIT: Auf die CSU hauen Sie dann ein?
Kubicki: Bis die Schwarte kracht. Diesen CSU-Generalsekretär werden wir uns als Erstes vornehmen. Feuer frei von jedem. Ich freue mich schon auf jede Sottise. Und warum nicht auch mal den CSU-Chef Horst Seehofer fragen: Hat Ihre Abneigung gegen die Kopfpauschale auch damit zu tun, dass Ihre Familienplanung etwas aus dem Ruder gelaufen ist?
Christian Lindner und Daniel Bahr haben nun offenbar damit angefangen, indem sie die CSU als “Wildsau” bezeichnen und Seehofer unterstellen, dass er die 70 Mio. gesetzlich Versicherten zur Psychotherapie seines Traumas benutze. Das klingt erstmal schön. Bedauerlich dabei ist nur, dass diese Wortwahl vom eigenen Koalitionspartner kommt, statt von der Opposition. Die übrigens zum Zaungast degradiert wurde und letztlich ausschließlich vom negativen Bild der Regierungskoalition profitiert. Man könnte fast sagen, dass bei einer schlechten Opposition die Regierung eben ihre eigene “Opposition” macht.
Den schwersten Angriff gegen die CSU fährt aber der stellvertretende Landesvorsitzende der Jungen Liberalen Bayern (und Bundesvorstandsmitglied), Johannes Wolf:
Anlässlich der derzeitigen Diskussion um eine Gesundheitsreform, insbesondere der gestrigen Äußerungen Markus Söders, erklärt der bayerische stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Johannes WOLF, heute:
„Die CSU ist mit ihrer chronischen Blockadehaltung und ihrem reflexartigen, plumpen Machogehabe in der Diskussion um eine Gesundheitsreform nicht mehr ernst zu nehmen. Wenn sich Söder als bayerischer CSU-Landesminister aufführt wie ein pubertierender Schulhofschläger, disqualifiziert er sich damit nicht nur selbst, sondern blamiert auch die gesamte bayerische Landesregierung. Wer es nach über einem halben Jahr gemeinsamer Regierungsarbeit im Bund noch bei keinem einzigen Thema geschafft hat, eigene Konzepte zur Umsetzung des Koalitionsvertrags vorzulegen, kann irgendwann weder auf Bundes- noch auf Landesebene ein Gesprächspartner für konstruktive Politik sein.
WOLF weiter: „Sollte diese rein destruktive Haltung der Kollegen aus Bayern anhalten, sollten auch die Bundestags- und Bundesratsmitglieder der bayerischen FDP nachdenken, ob man mit so einem Partner wirklich noch zusammenarbeiten kann. Mit seinen verunglimpfenden Äußerungen als bayerischer Minister einer schwarz-gelben Koalition trägt Markus Söder zu einem stetigen Verlust des gegenseitigen Vertrauens bei. Mein Mitleid für Herrn Seehofers Trauma, selbst gesundheitspolitisch vollkommen versagt zu haben, hält sich ebenfalls in Grenzen. Die Augen vor der Realität zu verschließen, macht es nicht besser. Zur Lektüre des Koalitionsvertrags empfehle ich ebenfalls einen schärferen Blick. Vielleicht versteht die CSU dann ja den Inhalt darin. Philipp Rösler ist Augenarzt - auch wenn für die Verbohrtheit und das indiskutable Sozialverhalten von Seehofer und Söder wohl eher ein Psychotherapeut zur Aufarbeitung des CSU-Minderwertigkeitskomplexes gefragt wäre.“
Da fliegen ja richtig schön die Fetzen. Popcorn-Kino also. Da soll noch einer sagen, dass Politik langweilig wäre…



