Neue Aufgaben für Geheimdienste
blogfuerst 10. Mai 2010
Nachdem die Geheimdienste in den letzten Jahren mehr mit Skandalen zu tun hatten, als mit sinnvoller (Auslands-)Aufklärung, gibt es meines Erachtens ein riesiges neues Betätigungsfeld für deutsche und internationale Geheimdienste: Die internationale Hochfinanz.
Nachdem zuletzt immer wieder fragwürdige Aktionen gegen einzelne Personen und Presseorgane im In- und Ausland publik wurden, die angeblich im Namen der Terrorabwehr durchgeführt wurden – wäre es nun an der Zeit sich mit “tatsächlichen Massenvernichtungswaffen” aus der Finanzbranche zu befassen, statt nicht existenter in den Händen von überbewerteten Terroristen hinterherzujagen. Vor einiger Zeit hat die CIA oder jemand ähnliches erklärt, dass nicht Osama bin Laden oder sonst irgendein internationaler Terrorismus die größte Gefahr für die USA seien, sondern Finanz- und Wirschaftskrisen (hab grad die Quelle nicht zur Hand). Dieser realistischen Einschätzung kann ich mich nur anschließen.
Geheimdienste und Sicherheitsbehörden sollten ihren Focus in meinen Augen auf die Akteure in der internationalen Finanzwelt richten. Das exklusive frühzeitige Wissen, um besondere internationale Ereignisse oder Aktionen aus der Finanzbranche könnte Regierungen oder internationale Institutionen in die Lage versetzen rechtzeitig gegenzusteuern. So wie bei dem jüngsten EU-Sondergipfel, bei dem Trichet und Juncker offenbar - mehr oder weniger gesicherte - Erkenntnisse hatten, dass zum Wochenbeginn ein konsternierter Spekulationsangriff auf den Euro geplant war, weshalb noch an diesem Wochenende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden müssten.
Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber ich persönlich könnte damit leben, wenn die Geheimdienste Rechenzentren an den Börsen infiltrieren, die (geschäftlichen!) Telefonleitungen von Josef Ackermann und Lloyd Blankfein abgehört und die Konferenzräume von Goldman Sachs und anderen verwanzt werden.
- Finanzkrise , Wirtschaft
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