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Aaron König über die Piraten

blogfuerst 11. Mai 2010

Das umstrittene Bundesvorstandsmitglied der Piraten, Aaron König, ist aus der Partei ausgetreten. Ich halte persönlich nicht viel von solchen spektakulären Abgängen. Wenn überhaupt dann hätte ein solcher Abgang erst nach einer offenen Aussprache/Diskussion auf dem Bundesparteitag der Piraten stattfinden sollen (üblicherweise in der Aussprache vor Entlastung des Vorstandes). So entzieht sich Aaron König einer halbwegs offenen und fairen Auseinandersetzung, weshalb am Ende leider nur noch Nachtreten übrig bleibt.

Allerdings hat er in meinen Augen durchaus ein paar treffende Feststellungen über die Piraten getroffen:

Als ich im Juni 2009 der Piratenpartei beitrat, hatte ich die Hoffnung, dass sich die Piratenpartei zu einer libertären Partei entwickelt, die aus der Kritik am Überwachungsstaat zu einer grundsätzlichen Skepsis gegenüber dem paternalistischen Staatsapparat kommt. “Piraten lieben die Freiheit” rief der scheidende Vorsitzende Dirk Hillbrecht auf dem Bundesparteitag 2009 dem euphorisierten Publikum zu, das hat auch mich sehr angesprochen. Doch diese  Hoffnung hat sich nicht bewahrheitet.
Das Bild von “Vater Staat”, der sich um den “kleinen Mann” kümmert, ist seit der Kaiserzeit fest in der deutschen Mentalität verdrahtet – leider auch bei vielen Piraten, wie ich feststellen musste. Alle Vorschläge, die ich für eine libertäre Ausrichtung der Piratenpartei gemacht habe – zuletzt durch einen Antrag auf ein “Piraten-Manifest” für den Bundesparteitag – stießen auf wenig Gegenliebe. Das ist schade, denn für eine Politik, die dem überholten Modell “Vater Staat” eine freie Bürgergesellschaft entgegensetzt, welche auf Freiwilligkeit statt auf Zwang beruht, sehe ich einen großen unbefriedigten Bedarf.
Zwar gibt es auch bei den Piraten einige libertäre Geister, doch scheint das rebellische Image der Piraten vor allem Altlinke angezogen zu haben, die weiterhin auf staatsinterventionistische Konzepte setzen und den offensichtlichen Widerspruch zur Piratenkritik am “Big Brother State” gar nicht bemerken.

 

3 Reaktionen zu “Aaron König über die Piraten”

  1. Tharbenam 11. Mai 2010 um 15:45 Uhr

    Ich find gut, dass Leute wie Aaron König aus der Piratenpartei fliegen. Solche Leute sind in der FDP besser aufgehoben. Über die Art und Weise kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein.

  2. blogfuerstam 11. Mai 2010 um 15:53 Uhr

    Wieso “fliegen” ? Der ist doch ausgetreten.

  3. Tharbenam 11. Mai 2010 um 21:21 Uhr

    Er wird vermutlich nicht deswegen gegangen sein, weil ihn die Mehrheit der Piraten so sehr mag. Formal hast du natürlich recht.

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