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“Sozialhilfe” statt Eigeninitiative

blogfuerst 23. April 2010

Warum “Entwicklungshilfe” in der Regel mehr schadet, als nützt.

Für den „Spiegel“ ist es ganz einfach, warum es in Haiti nur schleppend vorwärts geht: „Der Staat, vor dem Beben schon schwach, ist kaum handlungsfähig.“ Wenn es also einen starken Staat gäbe, dann wäre Port-au-Prince in wenigen Jahren das neue Venedig der Karibik.

Die Deutschen haben 1945 gar keinen Staat gehabt. In der chaotischen Nachkriegszeit haben aber viele eine Chance gesehen und in die Hände gespuckt. Den überbewerteten Marschallplan hin oder her: Als geschlagene Nation hatten die Deutschen auch nicht viel Hilfe von außen zu erwarten, zumal der Rest Europas ja auch in Trümmern lag.

Die Haitianer dagegen werden von der Hilfsbereitschaft der Welt geradezu erstickt. Jeder eigene Aufbauwille wird zu Tode gepampert. Zehn Milliarden Dollar hat die Uno auf ihrer Konferenz in New York Ende März zusammenbekommen. Diese Riesensumme soll dem kleinen Land jetzt zufließen. Um ein allzu schnelles Versickern in private Taschen zu verhindern, soll das meiste Geld nicht in die Hände der Regierung, sondern an Hilfsorganisationen gegeben werden. Zweifel, ob es da viel besser aufgehoben ist, sind angebracht…

Und sie bringen Leute in die gleiche Abhängigkeit. Der „Spiegel“-Artikel schließt mit einem Absatz über ein neues Flüchtlingslager am Stadtrand von Port-au-Prince. „Vielen Erdbebenopfern geht es jetzt besser als vor der Katastrophe“, zitiert das Magazin den Chef der Welthungerhilfe in der haitianischen Hauptstadt. Die Leute haben jetzt zum ersten Mal Strom, Wasser und ärztliche Versorgung. Sie ziehen aus dem Zeltlager deswegen nicht wieder aus, weil sie in einer normalen Wohnung mit diesem Komfort Miete zahlen müssten.

 

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