Ihr Browser versucht gerade eine Seite aus dem sogenannten Internet auszudrucken. Das Internet ist ein weltweites Netzwerk von Computern, das den Menschen ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation bietet.

Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen. Dies ist im beidseitigen Interesse, da unnötige Angstzustände bei Ihnen verhindert werden, ebenso wie es uns vor profilierungs- und machtsüchtigen Politikern schützt.

Sollten Sie der Meinung sein, dass Sie diese Internetseite dennoch sehen sollten, so können Sie jederzeit durch normalen Gebrauch eines Internetbrowsers darauf zugreifen. Dazu sind aber minimale Computerkenntnisse erforderlich. Sollten Sie diese nicht haben, vergessen Sie einfach dieses Internet und lassen uns in Ruhe.

Die Umgehung dieser Ausdrucksperre ist nach §95a UrhG verboten.

Mehr Informationen unter www.politiker-stopp.de.

Neue Initiative Kreativwirtschaft der Bundesregierung

blogfuerst 13. April 2010

Unter der Federführung des Staatssekretärs im Bundeswirtschaftsministerium, Hans-Joachim Otto (MdB), wurde die Initiative Kultur- und Kreataivwirtschaft der Bundesregierung gegründet. Neben Informationen zu Existenzgründungen für Künstler gibt es auch Informationen zu einzelnen Branchen. Mich hat dabei natürlich in erster Linie interessiert, wie die Content-Industrie und das Urheberrecht hier dargestellt werden. Unter dem Punkt “Ziele” der Initiative versteckt sich an letzter Stelle folgendes:

den Rahmen für digitalen Urheberschutz fortzuentwickeln, um die Balance zwischen Urhebern und Nutzern wieder herzustellen.

Normalerweise würde man diesen Satz dahingehend verstehen, dass die Entwicklung des Urheberrechts wieder zu Gunsten der Nutzer erfolgen muss. Auf dieser Internetseite würde ich das aber nicht unterschreiben. Da muss man wohl abwarten, was aus dieser Ecke künftig kommt.

Interessant sind die Inhalte in den diversen Berichten, die als PDFs zum Download zur Verfügung stehen. Natürlich fehlt bei solch einer Seite der Cheflobbyist der Tonträgerindustrie Dieter Gorny (sowas wie der deutsche “Jack Valenti“)nicht, der auch gleichmal Einblicke in seine Denkweise preisgibt:

Wem gehört die Musik? Eine Frage, die eindeutig ist, aber viele mögliche Antworten beinhaltet. Komplizierter, aber vielleicht auch etwas klärender wird es, wenn man fragt: Wem gehört die Kunst? Dann merkt man, dass es Unterschiede gibt. Wenn Sie solvent sind und sich heute dazu entschließen, in bildende Kunst zu investieren, gehen Sie zu einem Galeristen. Sie können  diese Kunst kaufen und sie danach in einen Tresor
einschließen und für alle Zeiten verschwinden lassen. Niemand käme in einer gesellschaftspolitischen Debatte auf die Idee zu sagen: Das dürfen Sie nur auf eine bestimmte Zeit lagern, weil Ihr Eigentumsrecht an diesem Kunstwerk nur begrenzt ist.
Bei der Musik ist das anders. Die, die Musik machen, haben keine Kontrolle darüber, wann und wo und wie sie gesendet wird – im Gegensatz zu den Filmemachern. Woran liegt das? Wieso haben wir solche Schwierigkeiten, den Eigentumsbegriff kulturell, aber auch ökonomisch eindeutig zu formulieren, obwohl er auf der anderen Seite ganz  eindeutig da ist?

Wer so ein Beispiel anführt, ist offenbar der Auffassung, dass Immaterialgüterrechte wie das Urheberrecht unbegrenzt sein sollten. Ich glaube mit so jemandem erübrigt sich jede Diskussion.

Doch dann gibt es auch unerwartete Lichtblicke, wenn ein paar Seiten weiter der Referatsleiter des Bundeswirtschaftsministeriums auf die Frage was die wichtigsten Herausforderungen der Branche sind antwortet:

- Entkriminalisierung von Jugendlichen als zukünftigen Kunden

Im weiteren Verlauf dieses Dokuments wird dann aber wieder die alte Leier vom Geistigen Eigentum etc. aufgetischt. Warum die “Musikindustrie” weiterhin so hilflos der Digitalen Revolution gegenüber steht, zeigt die Forderung von Mark Chung, Vorsitzender des Verbandes der
deutschen Musikproduzenten e. V.:

Die Politik muss die Branche bei der Schaffung eines funktionierenden, legalen Online-Marktes unterstützen

Das ist schon ein Armutszeugnis. Die Firmen sind sogar zu blöd im Internet funktionierende Vertriebskanäle aufzubauen. Das haben andere gemacht (z.B. iTunes). Statt selbst für Innovationen zu sorgen oder sich zumindest innovativen Sachverstand einzukaufen, wird nach der Politik gerufen. Wenn mal meine Firma nicht mehr soviel Umsatz abwirft, dann schick ich auch mal einen Brief an den Wirtschaftsminister, mit der Aufforderung mich mehr zu unterstützen, damit ich wieder mehr verdiene. Hier geht offenbar ein ganzer Wirtschaftszweig an seiner eigenen Unfähigkeit zu Grunde.

In einem anderen Dokument hat sich die Konzertbranche versucht von der Tonträgerindustrie abzugrenzen:

Die Veranstaltungswirtschaft wiederum zählt zumindest mit ihrem wichtigsten Segment der Konzertwirtschaft zur Musikwirtschaft. Die Musikwirtschaft wird in der Öffentlichkeit allerdings gerne vornehmlich durch die Tonträgerwirtschaft besetzt. Dadurch ist in den letzten Jahren ein völlig falsches Bild von Umfang und Inhalt des Wirtschaftsbereichs „Musikwirtschaft“ entstanden. Wenn wir seit Mitte der 90er Jahre über Probleme „der Musikwirtschaft“ sprechen, wenn wir lesen, wie schlecht es der Branche geht, wie dramatisch die Umsatzrückgänge sind, ist das so schlicht unzutreffend. Denn nicht „die Musikwirtschaft“ ist mit diesen Darstellungen gemeint, sondern der Teilbereich der Tonträgerwirtschaft, der, betrachtet man den Umsatz, nicht einmal halb so bedeutend ist wie die Konzertwirtschaft. Es ist daher sehr wichtig, festzustellen, dass die Musikwirtschaft nicht nur aus der  Tonträgerwirtschaft besteht und dass es innerhalb der Musikwirtschaft diverse Branchen gibt, deren Probleme völlig anders gestrickt sind als jede der Tonträgerbranche.

Doch nicht nur die Fehlinterpretation des Begriffes Musikwirtschaft erzeugt in der Öffentlichkeit ein ständiges Zerrbild. Um das Verwirrspiel zu komplettieren, werden neuerdings auch die Begriffe „Muskindustrie“ und „Musikwirtschaft“ quasi als Synonym benutzt. Aber die wesentlichen Wirtschaftsbereiche der Musikwirtschaft – wie eben z. B. die Konzertwirtschaft – sind keine „Industrie“. Weder werden Güter hergestellt noch verarbeitet. Und schon gar nicht sind Vertreter des einzig industriellen Bereichs der Musikwirtschaft – nämlich der Tonträgerwirtschaft – mandatiert, für die gesamte Musikwirtschaft zu sprechen. Insbesondere die Medien, aber auch die Branchenvertreter sollten daher die Verwendung des Begriffs „Musikindustrie“ auf Branchen beschränken, auf die der Begriff tatsächlich zutrifft. Und wer als Vertreter eines Wirtschaftsbereichs die spezifischen Probleme seiner Branche transparent machen will, sollte konkret von dem Bereich sprechen, den er vertritt, sollte also Ross und Reiter nennen, anstatt einen Gesamtwirtschaftsbereich vor seinen Karren zu spannen und damit Zerrbilder des Gesamtbereichs zu produzieren. Vorstehende Klarstellung ist zwingend erforderlich, da zunächst festzustellen ist, dass es nicht in allen Bereichen der Musikwirtschaft wirtschaftlich so problematisch aussieht wie z. B. in der Tonträgerwirtschaft. So hat z. B. der Bereich des Live Entertainments und damit auch der Bereich der Konzertwirtschaft seit 1995 ständig Umsatzzuwächse zu verzeichnen gehabt und erstmalig 2008 eine Umsatzeinbuße hinnehmen müssen.

 

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