Zensursula reloaded
blogfuerst 30. März 2010
So kurzfristig wie Cecilia “Censilia” Malmström ihre persönliche Netzsperren-Richtlinie präsentiert hat, so schnell haben auch die Zensurgegner reagiert. Der Vorteil bei dieser Debatte: Sämtliche Argumente gegen Websperren können von den meisten Bloggern im Schlaf heruntergebetet werden. Entsprechend viel und konkret wird überall auf die Ergüsse von Malmström und ihr wohlgesonnen Propagandisten “Journalisten” reagiert. Das ist sehr positiv, weil es dazu führt, dass keine einzige Phrase unkommentiert im Raum stehen bleibt, sondern umgehend Widerspruch mit unwiderlegbaren Argumenten erfolgt. Am fleißigsten wird zu Censilia bei Netzpolitik gebloggt. Auch die Kommentare sind aufgrund der dort verlinkten Seiten recht informativ. Deshalb will ich hier mal einen Kommentarbeitrag rausgreifen, der mal einen Blick auf die europäische Presse geworfen hat:
Der Guardian kommentiert „It is disturbing to note that every international trade agreement signed by the European Union includes strict requirements on protection of intellectual property, but none contain elements to encourage the removal of child abuse websites. Louis Vuitton handbags and Cartier watches are given a higher priority in international legal co-operation than abused young people.”
http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2010/mar/29/blocking-child-abuse-websites-eu
Da könnte man ja auch sagen: Solange der EU die Bekämpfung von Louis Vuitton-Taschen-Imitaten und Urheberrechtsschutzzeiträum wichtiger sind als die internationale Bekämpfung von Kinderpornographie – solange darf sie keinen einzigen EU-Staat zu nationalen Websperren verpflichten. Erstmal muss die EU sich in ihren internationalen Verträgen um so etwas kümmern.
- Bürgerrechte , Europäische Union , Zensur
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