Kloster verbieten !
blogfuerst 5. März 2010
Was mussten wir uns nicht alles anhören, als Begründung für die “dringend notwendigen” Internet-Sperren. Es ginge doch um die Bekämpfung von Kinderpornographie, es ginge um den Schutz vor Missbrauch – ja es ginge doch um die Kinder… da darf man doch nicht dagegen sein. Das Internet dürfe kein rechtsfreier Raum sein, indem Kriminelle und “schwerst Pädokriminelle” ungestraft wirken können. Das alles mussten wir uns – insbesondere von Mitgliedern der “Christlich” Demokratischen Union (CDU) anhören. Tja, und was fördert die (christliche) katholische Kirche hier Stück für Stück an Leichen aus ihren Kellern? Hunderte Fälle von missbrauchten und misshandelten Kindern. Pater, die Kinder missbrauchten und sogar Nacktfotos von ihnen ins Internet stellen – also Kinderpornographie produzieren und verbreiten.
Das Ausmaß des Missbrauchsskandals am Klosterinternat Ettal wird immer erschreckender. Auf einer Pressekonferenz zeichnet der externe Ermittler Thomas Pfister das Bild eines Klosters, in dem systematische Gewalt und sexueller Missbrauch in einem rechtsfreien Raum gedeihen konnten. [...] Kinder und Jugendliche berichten darin davon, wie sie in der Schule und im Internat des Klosters systematisch körperlicher und seelischer Misshandlung sowie sexuellem Missbrauch ausgesetzt waren. [...] Pfister sprach von schweren Schlägen, Massenbestrafungen und anderen massiven Vergehen. [...] Ein anderer Ehemaliger sagte, er habe manche Patres als Sadisten oder krankhaft impulsive Schläger in Erinnerung. Pater Johannes Bauer, der Cellerar des Klosters – eine Art Wirtschaftsverwalter – räumte auf der Pressekonferenz ein, selbst in den 1980er Jahren Kinder “brutal körperlich misshandelt” zu haben. Er habe Kinder mit der Hand aber auch mit einem Bügel verprügelt. Bauer bat um Vergebung, einen Rücktritt lehnte er aber ab. Seine Aufgaben hätten nichts mehr mit Kindern zu tun.
Der Hammer ist aber, dass diejenigen, die sich damals strafbar gemacht haben und dafür – ohne Verjährung – sogar längere Haftstrafen erhalten hätten, heute vor der Presse sitzen und persönliche Konsequenzen ablehnen. Ganz im Sinne der katholischen Kirche – wer sündigt, beichtet, bereut und ihm wird verziehen ohne dass eine weitere Strafe folge. So sieht es die katholische Kirche. Das es aber weltliche Gesetze gibt, die es Sündigern nicht erlauben mit einer Beichte davon zu kommen, interessiert diese Leute nicht. Das ist der eigentliche Skandal. Da zeigt sich, dass diese Leute sich offenbar nicht an weltliche Gesetze gebunden fühlen. Sowas kennen wir eigentlich nur von radikalen Islamisten, die wir eigentlich alle nach Möglichkeit aus dem Land jagen wollen. Vielleicht sollte man das mal bei diesen katholischen “Würdenträgern” in Erwägung ziehen. Der Papst kann mit solchem Kindesmissbrauch offenbar gut leben, weil er keine Konsequenzen veranlasst.
Das Kloster Ettal stellt hier auch keinen Einzelfall dar. Angesichts der Tatsache, dass auch in anderen Einrichtungen gleiches geschah, erhärtet den Verdacht, dass die katholische Kirche systematischen Missbrauch toleriert. Wenn man die ganzen CDU-Leute beim Wort nimmt, müssten sie konsequenterweise eine “Sperre” bzw. ein Verbot solcher Kloster fordern. Aber soweit geht die Kinderliebe bei den Unionschristen offenbar doch nicht. Kinderpornographie und Missbrauch ist das allerschlimmste auf der Welt – wenn es wo anders passiert. Wenn es aber im eigenen politisch-religiösen Dunstkreis passiert – dann – ja dann, wird der Mantel des Schweigens darüber gelegt. Oder noch besser – die Bundesjustizministerin für ihre indirekte und zurückhaltende Kritik an der katholischen Kirche kritisiert. Was soll man dazu noch sagen? Statt zum Kampf gegen Kindesmisshandlung und Kinderpornographie im eigenen Land zu blasen und die “rechtsfreien Räume” in der katholischen Kirche zu beenden, verleumdet die “Christlich” Demokratische Partei stattdessen lieber andere Länder der Welt, als Hort von Kinderpornographie…
- CDU/CSU , Gesellschaft
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