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	<title>Kommentare zu: heise und Scientology</title>
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	<description>Der Fürst vom Glauberg</description>
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		<title>Von: Internetausdrucker</title>
		<link>http://www.blogfuerst.de/2009/12/heise-und-scientology/comment-page-1/#comment-3036</link>
		<dc:creator>Internetausdrucker</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 14:13:47 +0000</pubDate>
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		<description>Ja, solche Artikel sorgen für Verunsicherung. Ich habe ein paar von denen gelesen und kam natürlich mächtig ins Zweifeln. Es stimmt ja auch, dass die medizinischen Studien oft von der Pharmaindustrie finanziert werden. Das nennt man heute fröhlich &quot;Drittmittel&quot; und die Unis sind ganz furchtbar stolz darauf. Es ist also schon denkbar, dass hier keine wirklich unabhängige Forschung zustande kommt.

Auf der anderen Seite sagt mir mein Gefühl, dass eben das &quot;Gut zureden&quot; gar nichts hilft. Eine Depression ist nicht ohne weiteres durch Verstandes- oder Disziplinleistungen zu beherrschen. 

Diejenigen, die Depression mit Kapitalismuskritik verbinden, schießen sicher weit über das Ziel hinaus. Aber es ist keineswegs auszuschließen, dass Depressionen ein soziales Phänomen sind. Gesellschaften können Depressionen fördern, wenn sie etwa Vereinsamung und Stress fördern. 

Aber es ist sehr schlicht, aus der Depression in altbewährter Manier wieder nur ein Symptom der Zerrüttetheit der Menschen im Kapitalismus zu machen. Der Kapitalismus, was das dann auch immer konkret sein soll, wird hier zur Megaursache und ganz marxistisch gedacht scheint dann das Sein das Bewusstsein zu prägen. Dieses Erklärungsmuster kennt man auch aus anderen Zusammenhängen, z.B. Gewalt: Die ist immer das Produkt der gewalthaften Gesellschaft und der sozialen Ungerechtigkeit. 

Das ist natürlich viel zu einfach. Und in der Tat wird durch solche Erklärungsschemata dann das Problem (Gewalt, Nazis, Depressionen whatever) bloß instrumentalisiert, um die vermeintliche Unmenschlichkeit dieser Gesellschaft zu beklagen. Das ist dann schon Kampagnenwissenschaft. Ich bin zwar selber äußerst kapitalismuskritisch, aber als Soziologe bin ich dann doch lieber in erster Linie Empiriker. 

Vermutlich bieten manche auf Telepolis zitierten AD-und Kapitalismuskritiker am Ende auch eine (freudianische) Heilslehre an: Befreie dich vom kapitalistischen Joch, dann gesundet Deine Seele. Einlösen werden sie es auch nicht können. Also ist es auch relativ leicht, solches zu versprechen. 

Und: Diese Leute haben das Wesen von Depression nicht recht begriffen. Sie schlägt nämlich auch dann zu, wenn es einem eigentlich wegen positiver Umstände gut gehen sollte...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, solche Artikel sorgen für Verunsicherung. Ich habe ein paar von denen gelesen und kam natürlich mächtig ins Zweifeln. Es stimmt ja auch, dass die medizinischen Studien oft von der Pharmaindustrie finanziert werden. Das nennt man heute fröhlich &#8220;Drittmittel&#8221; und die Unis sind ganz furchtbar stolz darauf. Es ist also schon denkbar, dass hier keine wirklich unabhängige Forschung zustande kommt.</p>
<p>Auf der anderen Seite sagt mir mein Gefühl, dass eben das &#8220;Gut zureden&#8221; gar nichts hilft. Eine Depression ist nicht ohne weiteres durch Verstandes- oder Disziplinleistungen zu beherrschen. </p>
<p>Diejenigen, die Depression mit Kapitalismuskritik verbinden, schießen sicher weit über das Ziel hinaus. Aber es ist keineswegs auszuschließen, dass Depressionen ein soziales Phänomen sind. Gesellschaften können Depressionen fördern, wenn sie etwa Vereinsamung und Stress fördern. </p>
<p>Aber es ist sehr schlicht, aus der Depression in altbewährter Manier wieder nur ein Symptom der Zerrüttetheit der Menschen im Kapitalismus zu machen. Der Kapitalismus, was das dann auch immer konkret sein soll, wird hier zur Megaursache und ganz marxistisch gedacht scheint dann das Sein das Bewusstsein zu prägen. Dieses Erklärungsmuster kennt man auch aus anderen Zusammenhängen, z.B. Gewalt: Die ist immer das Produkt der gewalthaften Gesellschaft und der sozialen Ungerechtigkeit. </p>
<p>Das ist natürlich viel zu einfach. Und in der Tat wird durch solche Erklärungsschemata dann das Problem (Gewalt, Nazis, Depressionen whatever) bloß instrumentalisiert, um die vermeintliche Unmenschlichkeit dieser Gesellschaft zu beklagen. Das ist dann schon Kampagnenwissenschaft. Ich bin zwar selber äußerst kapitalismuskritisch, aber als Soziologe bin ich dann doch lieber in erster Linie Empiriker. </p>
<p>Vermutlich bieten manche auf Telepolis zitierten AD-und Kapitalismuskritiker am Ende auch eine (freudianische) Heilslehre an: Befreie dich vom kapitalistischen Joch, dann gesundet Deine Seele. Einlösen werden sie es auch nicht können. Also ist es auch relativ leicht, solches zu versprechen. </p>
<p>Und: Diese Leute haben das Wesen von Depression nicht recht begriffen. Sie schlägt nämlich auch dann zu, wenn es einem eigentlich wegen positiver Umstände gut gehen sollte&#8230;</p>
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		<title>Von: Tom</title>
		<link>http://www.blogfuerst.de/2009/12/heise-und-scientology/comment-page-1/#comment-3033</link>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 08:34:04 +0000</pubDate>
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		<description>Also bei dem Text liest man sofort heraus, dass der Autor nie Psychologie studiert hat: die Psychologie - erst recht wenn es um das Thema Depressionen geht - ist keine exakte Wissenschaft.

Es gibt zu jedem Thema mindestens eine Studie die das eine, sowie eine andere, die das genaue Gegenteil behauptet. Man geht immer nur von Modellen und Wahrscheinlichkeiten aus. Man nennt keine konkreten Zahlen, weil es nicht nur eine sondern in der Regel mehrere Studien gibt: welche sollte man also zitieren? Eine? Alle? Sollte man die Diskussion über die jeweiligen Untersuchungsmethoden auch anfügen? Wie weit würde uns das führen in einem nicht ausdrücklich wissenschaftlichen Artikel?
Am Ende ist es immer das Gleiche: man zählt die Studien die Pro und die welche Kontra sind und entscheidet dann, welchen man mehr vertraut.

Spätestens bei so komplexen Dingen wie der Hirnchemie ist endgültig Feierabend. Wir wissen einfach nicht was da wirkt oder warum es wirkt. Wir gehen nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit davon aus, dass es irgendwie funktioniert. Sorry - aber das ist die Wahrheit. Mal beim Hautarzt gewesen? Denen geht es genauso: die pröbeln solange herum bis irgendetwas einen positiven Effekt hat.

Mal ehrlich: im Wesentlichen flößt man den Leuten bei Depressionen Johanniskrautextrakt ein. Je schlimmer die Depression, desto mehr davon. Aus diesem Zeug backen andere Leute Brot. Ob man sicher weiß, dass es was bringt? Nein: natürlich nicht. Es gibt keine Sicherheit! Aber anhand von Studien gehen wir davon aus, dass es mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit einen positiven Effekt hat.

Wie sieht dieser positive Effekt bei Depressionen aus? Der Patient sagt &quot;ich fühle mich besser&quot;. Selbstverständlich kann man das immer infrage stellen - das muss man sogar. Das ist in der Psychologie immer so und hat absolut rein gar nichts mit Scientology zu tun.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Also bei dem Text liest man sofort heraus, dass der Autor nie Psychologie studiert hat: die Psychologie &#8211; erst recht wenn es um das Thema Depressionen geht &#8211; ist keine exakte Wissenschaft.</p>
<p>Es gibt zu jedem Thema mindestens eine Studie die das eine, sowie eine andere, die das genaue Gegenteil behauptet. Man geht immer nur von Modellen und Wahrscheinlichkeiten aus. Man nennt keine konkreten Zahlen, weil es nicht nur eine sondern in der Regel mehrere Studien gibt: welche sollte man also zitieren? Eine? Alle? Sollte man die Diskussion über die jeweiligen Untersuchungsmethoden auch anfügen? Wie weit würde uns das führen in einem nicht ausdrücklich wissenschaftlichen Artikel?<br />
Am Ende ist es immer das Gleiche: man zählt die Studien die Pro und die welche Kontra sind und entscheidet dann, welchen man mehr vertraut.</p>
<p>Spätestens bei so komplexen Dingen wie der Hirnchemie ist endgültig Feierabend. Wir wissen einfach nicht was da wirkt oder warum es wirkt. Wir gehen nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit davon aus, dass es irgendwie funktioniert. Sorry &#8211; aber das ist die Wahrheit. Mal beim Hautarzt gewesen? Denen geht es genauso: die pröbeln solange herum bis irgendetwas einen positiven Effekt hat.</p>
<p>Mal ehrlich: im Wesentlichen flößt man den Leuten bei Depressionen Johanniskrautextrakt ein. Je schlimmer die Depression, desto mehr davon. Aus diesem Zeug backen andere Leute Brot. Ob man sicher weiß, dass es was bringt? Nein: natürlich nicht. Es gibt keine Sicherheit! Aber anhand von Studien gehen wir davon aus, dass es mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit einen positiven Effekt hat.</p>
<p>Wie sieht dieser positive Effekt bei Depressionen aus? Der Patient sagt &#8220;ich fühle mich besser&#8221;. Selbstverständlich kann man das immer infrage stellen &#8211; das muss man sogar. Das ist in der Psychologie immer so und hat absolut rein gar nichts mit Scientology zu tun.</p>
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