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USA und Olympia

blogfuerst 6. Oktober 2009

Besonders die Bürgerrechtler hatten ihre Schadenfreude, dass die olympischen Spiele nicht an Chicago vergeben wurden. Neben diversen anderen Gründen, hat die “Einreise-Lotterie” an den Grenzen der USA wohl auch eine Rolle in der Entscheidungsfindung gespielt. Wenn ich ein olympischer Funktionär aus einem arabischen Land wäre, würde ich kaum für ein Land stimmen, bei dem die reelle Möglichkeit besteht, dass ich an der Einreise gehindert werde und damit überhaupt nicht zu den olympischen Spielen reisen kann.

Die Einreise-Prozedur in den USA ist derart scharf und für so manchen auch erniedrigend, wie in kaum einem anderen Land der Welt. Man muss nicht den gleichen Namen wie einen der Millionen arabischen Verdächtigen auf der amerikanischen Terrorlisten haben, um an der Grenze wieder zurück geschickt zu werden – natürlich nicht ohne vorher stundenlang in Gewahrsam gehalten worden zu sein. Nein, es reicht schon aus, wenn man quasi “Quotenopfer” wird. Hab dafür jetzt keine Quelle zur Hand, aber ich erinnere mich, dass es zumindest früher mehr oder weniger offizielle Vorgaben an die Grenzer gab, dass ein so und soviel Prozent der Einreisenden, wieder zurück geschickt werden müssten.

Wenn diese Tatsache wirklich eine Rolle bei der Entscheidungsfindung gespielt haben sollte, dann dürfte es wohl so sein, dass die olympischen Spiele solange nicht mehr an die USA gehen, solange sie derartige Einreiseprozeduren praktizieren. Wer hätte gedacht, dass olympische Funktionäre – indirekt – einmal etwas für die Bürgerrechte bewirken könnten.

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