peinliche Prüderie bei CDU, SPD und Grünen
blogfuerst 19. August 2009
(Noch) Relativ unbekannt hierzulande ist die amerikanische Restaurant-Kette Hooters. Hauptaspekt dieser Kette ist, dass die Bedienungen weiblich, vollbusig und knapp bekleidet sind und gelegentlich auch tanzen. Es werden mittlerweile immer mehr Hooters auch in Deutschland eröffnet. Und was passiert, wenn etwas neues hierzulande entsteht? Die Bedenkenträger und bigotten Politapostel haben nichts besseres zu tun, als so etwas zu kritisieren. So geschehen in der weltoffenen und toleranten (?) Stadt Frankfurt am Main:
Die Politiker im Ortsbeirat 5 reagieren auf die vermeintlich neue Attraktion fraktionsübergreifend einheitlich: Verwunderung, Ablehnung, Irritation greifen um sich. “Wer hat das denn genehmigt?”, ärgert sich Ursula auf der Heide (Grüne). Hans-Günter Joras (CDU) kennt das Hooters-Konzept zwar nicht, spricht sich nach kurzer Aufklärung aber auch dagegen aus. “Das passt da überhaupt nicht hin”, sagt der ehemalige Ortsvorsteher. Bauherr Kilian Bumiller (VAV) hat die Wahl des “American Restaurant und Sports Bar” vorab verteidigt. Ein Spezialitätenrestaurant sei für das Viertel kaum zu gewinnen. “Hooters bringt so etwas wie frische Farbe, hat aber auch Anspruchsvolleres auf der Speisekarte”, sagte Bumiller. Ähnlich denkt auch die direkte Konkurrenz vor Ort. Masud Djalili, Geschäftsführer der direkt gegenüber dem künftigen Hooters liegenden Cocktail-Bar Monte Christo, glaubt an eine “Belebung des Geschäfts” durch die “neue Attraktion”. Ortsbeirätin Petra Gerland (SPD) schüttelt angesichts der optimistischen Sichtweise nur verwundert den Kopf.
Die passende Pressemitteilung zu diesen Polit-Peinlichkeiten kam von den Frankfurter Jungliberalen:
Die Jungen Liberalen Frankfurt äußern sich zur angekündigten Eröffnung des neuen Hooters-Restaurants wie folgt: „Wir freuen uns sehr, eine so erfolgreiche und weltbekannte Kette nun auch im Frankfurter Ausgehviertel begrüßen zu dürfen“, so der Vorsitzende der JuLis, Tobias Fila. Sowohl wirtschaftlich als auch touristisch sei von der Systemgastronomiekette ein Zugewinn für das ganze Viertel zu erwarten. Nachdem nun schon Filialen in Berlin, Düsseldorf, Karlsruhe, Neunkirchen und Bochum eröffnet wurden, sei es höchste Zeit, dass auch Frankfurt ein eigenes Hooters-Restaurant bekomme. „Wir versprechen uns von Hooters mehr Abwechslung und eine Belebung des Geschäfts im ganzen Apfelweinviertel“, erklärt Fila.
Blamabel sei dagegen das Auftreten des Ortsbeirats fünf: CDU, Grüne und SPD sprachen sich lautstark gegen das neue Unternehmen aus. Offensichtlich fühlen sich die selbsternannten Sittenwächter des Ortsbeirats von der Vorstellung bauchfreier Kellnerinnen in Cheerleader-Kostümen derart bedroht, dass sie versuchen mit negativer Meinungsmache ein investorenfeindliches Klima zuschaffen: „Es ist regelrecht peinlich und einfach daneben, ein völlig harmloses Unternehmen zu attackieren. Eine „Hexenjagd“ auf eine angesehene Restaurantkette zu eröffnen ist überspitzt, diskriminierend und dem Selbstverständnis Frankfurts als offene Weltstadt nicht würdig“, urteilt Fila und empfiehlt allen denjenigen die Angst davor haben eine „Hooters-Bedienung“ zu Gesicht zu bekommen, beim Vorbeilaufen die Augen zu schließen oder sicherheitshalber am besten gleich die Straßenseite zu wechseln.
Leben und leben lassen – oder vielleicht nicht?
- Absurdistan , Gesellschaft , Politik
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Ein Hooters im Apfelweinviertel mag ja nicht der Traum der Stadpolitiker. Aber geht es wirklich darum, dass Stadtpolitiker siche Träume erfüllen? Mehr dazu: http://oliver-stirboeck.blogspot.com/2009/08/freiheit-furs-hooters.html