Ihr Browser versucht gerade eine Seite aus dem sogenannten Internet auszudrucken. Das Internet ist ein weltweites Netzwerk von Computern, das den Menschen ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation bietet.

Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen. Dies ist im beidseitigen Interesse, da unnötige Angstzustände bei Ihnen verhindert werden, ebenso wie es uns vor profilierungs- und machtsüchtigen Politikern schützt.

Sollten Sie der Meinung sein, dass Sie diese Internetseite dennoch sehen sollten, so können Sie jederzeit durch normalen Gebrauch eines Internetbrowsers darauf zugreifen. Dazu sind aber minimale Computerkenntnisse erforderlich. Sollten Sie diese nicht haben, vergessen Sie einfach dieses Internet und lassen uns in Ruhe.

Die Umgehung dieser Ausdrucksperre ist nach §95a UrhG verboten.

Mehr Informationen unter www.politiker-stopp.de.

Eine Argumentationshilfe und die Folgen

blogfuerst 9. August 2009

Nun ist es soweit. Die Piraten haben eine erste sachliche Kritik erhalten. Und zwar von Seiten der unabhängigen FDP-Jugendorganisation – den Jungen Liberalen. Und was passiert? Bei twitter und der Blogosphäre wird drauf los geschnattert was das Zeug hält. Dabei ist die Bandbreite der Kommentare zu der Argumentationshilfe äußerst weit. Das beginnt bei militärisch-martialischem wie der Aussage “JuLis erklären Piraten den Krieg” oder propagandistische Bezeichnungen wie “Pamphlet” oder dem Vorwurf, dass die “Piraten totgeschwiegen werden sollen” und geht bis  hin zu Freude über die “Anerkennung als politischer Gegner” durch den Arguliner.

Besonders interessant ist hierbei das bunte Treiben bei den Piraten, dass der Arguliner ausgelöst hat. Der Vorwurf der teilweise aufgrund dieser Textpassage den JuLis gemacht wird:

Die beste Strategie ist, die Piratenpartei gar nicht erst selbst aktiv ins Gespräch zu bringen und
dadurch ihren Bekanntheitsgrad weiter zu steigern (keine gemeinsamen Aktionen oder
Pressemitteilungen). Sie bekommt im Moment schon genug Öffentlichkeit und gute Presse.

dass sie die Piraten “totschweigen” wollten, zeugt schon fast von panischer Angst. Wer ein bisschen die JuLi-Netzgemeinde kennt, weiß dass es um etwas ganz anderes geht. Vielen JuLis sind die Piraten und ihre Inhalte nämlich derart sympathisch, dass sie ganz vergessen, dass Wahlkampf ist und man keinem politischen Mitbewerber eine Bühne bereiten sollte. Die Piraten werden von JuLis selbst oftmals “aktiv” in Gesprächen eingebracht. Mit diesem Hinweis im Arguliner soll allein das(!) zumindest im Wahlkampf unterlassen werden. Es ist schon drollig, dass die Piraten den JuLis zum Vorwurf machen, dass sie die Piraten nicht (mehr) ständig erwähnen. Darüber hinaus zeigt allein die Existenz des Arguliners, dass die inhaltlichen und persönlichen Schnittmengen zwischen Piraten und JuLis so groß sind, dass sich die Wahlkampfleitung der JuLis dazu genötigt sieht ihre Mitglieder einfach nur daran zu erinnern, dass sie jetzt mal besser eine Zeit lang aufhören politische Mitbewerber zu loben.

Darüber hinaus wird von Seiten der Piratenpartei der Vorwurf erhoben, dass die JuLis mit dem internen Papier “keine öffentliche Debatte mit den Piraten” über ihre Inhalte führen. Dass der Arguliner als erstes auf wikileaks eingestellt wurde, gibt ihm eine Bedeutung, die er einfach nicht hat. Der Argumentationsleitfaden ist weder geheim noch ausschließlich zum internen Gebrauch bestimmt. Er wurde über den größten aller JuLi-Verteiler – dem bundesweiten Newsletter – per E-Mail an alle 10.000 JuLis versendet ohne jeglichen Zusatz, dass dieses Dokument bitte nicht öffentlich werden sollte. Dass sogar heise über diese Argumentationshilfe berichtet hat, ist aus JuLi-Sicht sogar positiv, insgesamt aber eigentlich fast schon lächerlich. Es ist an dieser Stelle wohl müßig zu erklären, dass niemand ein Anrecht darauf hat, über sämtliche interne Informationen politischer Gegner informiert zu werden. Das Dokument ist nichts weiter als eine programmatische/argumentative Vorlage, wie sie bei allen Parteien zu jederzeit ständig den Mitgliedern zugeleitet werden. Dass nun eine solche Vorlage erstellt wurde, die sich ausschließlich mit den Piraten und ihren Inhalten auseinandersetzt, ist alles – außer ungewöhnlich. Im Übrigen tun die Piraten sich einen Bärendienst, wenn sie die äußerst sachlichen Argumente gegen sich selbst, munter weiter verteilen, weil sie glauben daraus einen Vorteil zu ziehen.

In ihrer kommentierten Antwort auf den Arguliner wird der Ton für meinen Geschmack fast schon weinerlich, wenn ich sowas lese:

Und wir finden es schade, dass ihr dies lediglich intern tut und den offenen Austausch versucht zu vermeiden. Im Gegensatz zu euch suchen wir den politischen Dialog und Austausch und machen dieses Dokument daher öffentlich verfügbar

Du liebe Güte. Liebe Piraten – bei aller Liebe – Aber es ist WAHLKAMPF und da geht es nunmal nicht darum konstruktive Dialoge mit politischen Mitbewerbern zu führen. Es wird um jede Stimme gekämpft. Miteinander reden ist natürlich richtig und wichtig. Aber erst nach der Wahl.  Bis dahin schenkt sich keiner was. Die JuLis nichts den Piraten und die Piraten nichts den JuLis bzw. der FDP. Egal wie gut man sich sonst versteht.

Artikel verlinken: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Furl
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • Spurl
  • TwitThis
  • Wikio DE
  • StumbleUpon
 

4 Reaktionen zu “Eine Argumentationshilfe und die Folgen”

  1. dsam 9. August 2009 um 16:00 Uhr

    Und warum schenkt man sich im Wahlkampf nichts?
    Weil es all die anderen Parteien auch nicht tun?
    Deshalb müssen es die Piraten auch tun?
    Die Piratenpartei ist halt nicht vergleichbar mit den anderen Parteien und sticht gerade dadurch heraus.
    Ich finds gut, dass sie den Arguliner bei sich im Piratenwiki aufnehmen, das zeugt von einer sachlichen Auseinandersetzung mit offener Kritik und unterstreicht deren Transparenz, die ich sehr hoch schätze.
    Jedes andere Vorgehen wäre genauso intransparent wie das der CDU/SPD/FDP etc und widerspricht doch völlig dem Grundsatz der Piraten.
    Sorry, aber wer da der Piratenpartei ein falsches Vorgehen vorwirft hat offensichtlich ihre Überzeugung einer bürgernahen, offenen (und damit transparenten) Partei nicht verstanden.

  2. budapiam 10. August 2009 um 10:18 Uhr

    Da kamen aber auch gleich drei Dinge zusammen. Einmal die Veröffentlichung auf Wikileaks, die an schmutzige Geheimnisse denken lässt, dann die politische Unerfahrenheit vieler Mitglieder und Sympathisanten der Piraten bzw. das Vermengen derer persönlichen mit der Parteimeinung. Viel schlimmer aber noch die kognitive Dissonanz zwischen Arguliner und politischer Realität – zeitlich passend mit der Ansprache Westerwelles im ZDF, die kommenden Sicherheitsgesetze der Union zu unterstützen, statt wie von den JuLis gefordert diese zu unterbinden und bereits beschlossene Gesetze wieder zurückzunehmen.

    Kleines Detail am Rande: Piraten über 5%, gerade durch Abziehen aus dem FDP-Lager oder durch Aktivierung von Nichtwählern, könnten Schwarz-Gelb verhindern.

  3. blogfuerstam 10. August 2009 um 10:46 Uhr

    Westerwelle ist lediglich das Sprachrohr der FDP. Und nicht die FDP selbst. Er entscheidet nicht was in einer Koalition gemacht wird und was nicht. Das geschieht im Konsens mit anderen Liberalen, wie Gisela Piltz, Schnarri und Co.
    Die Sache mit dem Sicherheitsgesetz in Berlin war ein klassischer Fehltritt. Westerwelle kann es drehen und wenden wir er will. Bei Bürgerrechten kennt er sich einfach nicht aus. Seine Anspielung ist auf die Untätigkeit des rot-rot-regierten Senats in Berlin zurückzuführen, der sich damit abfindet, dass täglich Autos in Brand gesetzt werden. Dort für Sicherheit zu sorgen hat zunächst einmal überhaupt nichts mit Bundesangelegenheiten zu tun.

    Ich glaube aber langsam, dass dir Piraten größenwahnsinnig werden, wenn sie meinen auch nur eine kleine Chance zu haben die 5%-Hürde zu knacken. Das wird bei dieser Wahl niemals geschehen. Schließlich haben sie ja im viel liberaleren Schweden – dem Mutterland der Piraten – und einer viel stärkeren freiheitlichen Tradition nur 7% geschafft. Und das nachdem sie bereits längere Zeit als Partei existierten.

    Aber mal angenommen die Piraten ziehen bei der FDP tatsächlich so viele Stimmen ab, dass es nicht mehr zu schwarz-gelb reicht. Was dann? rot-rot-grün ist in dieser Legislaturperiode wohl nicht zu erwarten. Bleibt nur wieder die große Koalition – also der Super-GAU für die Bürgerrechte. Da können sich die Piraten dann ja schön auf die Schulter klopfen, dass sie es geschafft haben, den weiteren ungebremsten Raubbau an den Grundrechten ermöglicht zu haben.

  4. budapiam 10. August 2009 um 12:33 Uhr

    Wenn selbst Frau Leutheusser-Schnarrenberger (sag jetzt nicht dass die sich nicht mit Bürgerrechten auskennen würde) die Legitimierung des Bayerntrojaners als Erfolg für die Bürgerrechte feiert, nur weil man der CSU ein paar Rosinen wegpicken konnte, kann es zumindest in der Öffentlichkeitswirkung nicht weit her sein mit Bürgerrechten als Primärthema. Auch NRW, Niedersachsen, Hessen und Baden-Württemberg können als Beispiel herangezogen werden, wo Bürgerrechte, wie in der Kritik durch die Piraten angesprochen, der Koalition trotz der Grundsatzbeschlüsse von 2005 geopfert werden – übrigens entgegen anders lautender Wahlversprechen. Schlussfolgerung scheint für viele daher, dass auch die Bundes-FDP im Bezug auf Bürgerrechte nicht vertrauenswürdig ist.

    Dass Westerwelle andere Prioritäten setzt ist tatsächlich nichts neues, zugegeben. Aber so langsam hätte die Partei ihn nach all den Jahren mal endlich in die okkulte Schattenwelt von Rechtsstaat und Freiheitsrechten einweihen können, und sei es nur rhetorisch. Das ZDF-Interview ist da schon eher zweite Geige. Ich brauch gar nicht so weit zurückzublicken, als er im Spiegel noch vollmundig erklärte, es gäbe wieder zu viel DDR in Deutschland. Überwachung, rechtsstaatliche Defizite, Mauschelei und Obrigkeitswahn meinte er damit aber keine Sekunde lang. Pulver verschossen.

    Übrigens, die Chance auf 5% zu kommen ist gar nicht mal _so_ klein, gerade bis zur Wahl. Das hat mit Größenwahn nichts zu tun, sondern ist ein Ziel das man sich steckt. Vor zwei Wochen bei 2,5% mit einem Potential von 6% bei gerade mal knapp 50% Bekanntheit ist nicht schlecht – gerade mal nach zwei Monaten in den Medien und ohne Plakate aufgehängt zu haben.

    Aber jetzt wirds interessanter. 1. Dass Schweden liberaler ist drückt sich beispielsweise auch in einer liberaleren Parteienlandschaft wieder, in der selbst die christdemokratische Kleinpartei die deutschen Sozialdemokraten als rechts bezeichnet; die Konkurrenzsituation ist also eine gänzlich andere, außerdem wird die Politik Schwedens wird durch ganz andere Themen bestimmt. 2. Schwarz-Rot wird so oder so keine Verfassungsmehrheit mehr bekommen, viel schlimmer als Schwarz-Gelb wird es also kaum werden. 3. Nach deiner Logik sollte man wohl gar nicht erst antreten, da man sich mit dem kleineren Übel zufrieden geben sollte? Schwarz-Gelb mag als am wenigsten schlimm erscheinen, sonderlich erträglich ist es aber auch nicht.

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: