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Union, homophob und rückständig

blogfuerst 31. Juli 2009

Wir schreiben das Jahr 2009. Und im aktuellen Bundestagswahlkampf schicken sich die Unionsparteien an klar zu stellen, in welcher Zeit sie leben. Nämlich nicht in unserer. CSU-Hampelmann Peter Ramsauer hat der SZ erklärt, wo die Union Konflikte mit der liberaleren FDP nach Bundestagswahl sieht:

Ramsauer bekräftigt, die CSU bekenne sich vom Grundsatz her zur Wehrpflicht [...] Wir wollen die Wehrpflicht gerechter und attraktiver gestalten.

Entweder gibts die Wehrpflicht, dann müssen alle hin (bzw. zum Ersatzdienst), egal wie doof das ist. Oder es gibt sie nicht und nur Freiwillige “verpflichten sich zum Wehrdienst”. Wieso man eine “Pflicht” hier “attraktiver” gestalten sollte, erschließt sich wohl nur einem beschränkten CSU-Hirn…

die Grüne Gentechnik,

Grüne Gentechnick, die an die Stelle aufwendiger Züchtugen tritt, abzulehnen, weil sie “unkalkulierbare Risiken” enthalte, gleichzeitig aber neue AKWs bauen zu wollen, ist Zeugnis entweder einer kaum zu überbietenden Schwachsinnigkeit oder aber es handelt sich um  schlichte Heuchelei und Wählertäuschung und dient nur dazu einzelnen christlichen Gruppen nen Knochen vorzuwerfen.

die Zuwanderungs- und Asylpolitik,

Ich wüßte nicht wie man die in den neuziger Jahren praktisch zugeschnürten Ausländerrechtlichen Regelungen noch weiter verschärfen kann. Aber wahrscheinlich ist jeder Nicht-Deutsche in Deutschland für diesen Bayern immer noch einer zu viel.

die Stammzellenforschung und der Schutz des ungeborenen Lebens.

“Schutz des ungeborenen Lebens” ? Wie kann so etwas aus dem Munde eines Mannes kommen dessen Parteifreunde (einst) die Todesstrafe wieder haben wollten und heute ohne zu zögern hunderte von unschuldigen Flugzeugpassagieren töten würden.

Auch in der Familienpolitik seien die Vorstellungen “teilweise entgegengesetzt”, so Ramsauer, und nennt als Beispiel die Debatte um das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften. Dass Schwule Kinder haben, deckt sich nicht mit den Vorstellungen des CSUlers über die ideale “bürgerliche Welt”.

Da ist sie wieder – die alte tiefsitzende Homophobie bei der Union. Es ist mir schleierhaft wie man solchen Menschen glauben schenken kann, die heute noch glauben Homosexualität sei was schlechtes und verdürbe nur die Kinder. Zwei Elternteile können für ein Kind nur besser sein, als eine alleinstehendes…

 

2 Reaktionen zu “Union, homophob und rückständig”

  1. mudd1am 10. August 2009 um 08:26 Uhr

    Naja, zwei Elternteile können auch schlechter sein als eins allein. Nicht weil die Eltern schwul oder lesbisch sind, sondern weil ein Elternteil ein Schläger oder sonstwie ein Arschloch ist. Ich nehme mal an, dass du das auch nicht anders meintest, aber ich wollte es doch mal erwähnen, weil es gerade auch eine beliebte konservative Weisheit ist: “Hauptsache, das Kind hat einen Vater!”

  2. blogfuerstam 10. August 2009 um 08:45 Uhr

    Ja. Mein Argument sollte in der Folge nur herausstellen, dass zwei Elternteile vom Grundsatz her nicht per se schlechter sind als eines. Das war völlig geschlechtsunabhängig gemeint.

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