Ihr Browser versucht gerade eine Seite aus dem sogenannten Internet auszudrucken. Das Internet ist ein weltweites Netzwerk von Computern, das den Menschen ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation bietet.

Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen. Dies ist im beidseitigen Interesse, da unnötige Angstzustände bei Ihnen verhindert werden, ebenso wie es uns vor profilierungs- und machtsüchtigen Politikern schützt.

Sollten Sie der Meinung sein, dass Sie diese Internetseite dennoch sehen sollten, so können Sie jederzeit durch normalen Gebrauch eines Internetbrowsers darauf zugreifen. Dazu sind aber minimale Computerkenntnisse erforderlich. Sollten Sie diese nicht haben, vergessen Sie einfach dieses Internet und lassen uns in Ruhe.

Die Umgehung dieser Ausdrucksperre ist nach §95a UrhG verboten.

Mehr Informationen unter www.politiker-stopp.de.

Waffen der Netzgemeinde im Wahlkampf

blogfuerst 24. Juni 2009

Im US-Präsidentschaftswahlkampf 2008 hatte das Internet einen entscheidenden Anteil an der Mobilisierung und dem Sieg Barack Obamas. Bislang konnte eine ähnliche Webstrategie hierzulande noch nicht herübergetragen werden. Das hat wohl verschiedene Gründe, die ich hier jetzt nicht vertiefen will.

Und trotzdem haben das Web und seine user hierzulande ebenfalls ihre Rolle in der Politik gefunden. Nicht wie in den USA zu Gunsten einer der beiden großen Parteien bzw. ihrer Kandidaten. Hierzulande sind die politisch engagierten Internet-Nutzer in der Regel eher parteiunabhängig. An vielen Ecken gibt es zwar Berührungs- und Überschneidungspunkte mit den aktuellen Oppositionsparteien, die jedoch im Falle einer künftigen Regierungsbeteiligung einer der drei Parteien zu ihren Ungunsten umschlagen dürfte. Eine Sonderrolle kommt hier der Piratenpartei zu, die durch das Überlaufen des SPD-Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss, nunmehr einen riesigen Schritt nach vorne in die Medienöffentlichkeit gemacht hat.

Die Piraten sind also das erste “Kind” der politischen Netzbewegung, die sich bisher zu keiner der etablierten Parteien bekannt hat. Sympathie-Bekundungen zu Gunsten einer Partei sind äußerst selten. Vielmehr wird die Parteienpräferenz nach dem System des “kleineren Übels” bestimmt.

Durch die Zensurdebatte ist die Netzgemeinde – an vorderster Front die Blogosphäre – auch endgültig in den etablierten/offline-Medien angekommen. In nahezu jeder Ausgabe von Tages- oder Wochenzeitschriften gibt es Berichte über bestimmte Themen, die irgendwie im Zusammenhang mit dem Internet stehen. Das “Internet” hat mittlerweile einen großen Fuß in der Tür der etablierten Medien. Und genau diesen Fuß sollten wir alle nutzen, um unsere Positionen in die Welt der Internetausdrucker zu transportieren. Mittel und Werkzeuge dies zu tun gibt es reichlich. Deshalb sollte jeder, dem es nicht völlig egal ist, was die Politik in Sachen Internet und Bürgerrechte macht, sich an irgendeinem der foglenden Möglichkeiten beteiligen:

  • Eines der mächtigtsten Instrumente im Internet ist die Beeinflussung der Google-Suchergebnisse. Aufgrund seiner Monopol-Stellung wird Google von praktisch jedem genutzt, der auch nur mal 5 Minuten ins Internet geht. Und genau hier können alle Blogger und Netzpublizisten ansetzen, indem sie sich untereinander intensiv verlinken. Das führt dazu, dass die Blog-Inhalte zu bestimmten Themen und Begriffen vor allen anderen offiziellen oder konzernmächtigen Sucheinträgen ganz oben erscheinen. Am besten finde ich das Beispiel des ZAF-Blogs, der durch einen Aufruf in seinem Blog auf seine Satire-Seite zu verlinken, den Suchbegriff “Bundesregierung” teilweise vereinnahmt hat. Allerdings muss man hier aufpassen, dass man sich nicht zu sehr von der Realität entfernt, da solche Suchergebnisse sonst als Googlebombs charakterisiert werden und nach kurzer Zeit wieder verschwinden.
  • Netzwerk- und Aktionsseiten zu einzelnen Themen können als Anlaufstelle für Uninformierte aber auch für die Presse dienen. So ist z.B. die “AK Zensur”-Webseite innerhalb kurzer Zeit zu der Informationsquelle für Presse und Internet avanciert, wenn es um die Netzsperren ging.
  • Satire-Seiten und auch Satire-Blogs von Bundespolitikern, auf denen ihre Haltung zu bestimmten Themen satirisch überdreht dargestellt wird, sind dazu geeignet aufzuzeigen, wie absurd so manches politische Vorhaben ist. Hier muss aber beachtet werden, dass solche Seiten immer auch als Satire gekennzeichnet werden. Sonst riskiert man juristischen Ärger.
  • Möglichst viel Material von und über Politiker veröffentlichen. Seien es Videos auf YouTube (“Was sind jetzt nochmal Browser?”) oder Zitate auf wikiquotes oder einzelnen Bilder. Die Politiker produzieren ständig Material, dass man hervorragend gegen sie selbst verwenden kann. Solche Inhalte können dann wiederum sehr gut verlinkt werden. Insbesondere kann man solche Dinge den Politikern zu einem späteren Zeitpunkt wunderbar vorhalten. Bestes Beispiel hier sind die Aussagen von Unions- und SPD-Politikern, die Netzsperren auch auf andere Bereiche ausdehnen zu wollen, während die Kollegen eben dies augeschlossen hatten.
  • Ähnlich verhält es sich mit abgeordnetenwatch.de. Diese Plattform bietet ein riesiges Potential Politiker bloßzustellen, indem man ihnen Fragen stellt zu ihrer Haltung zu bestimmten Themen – insbesondere zu anderweitig getätigten Aussagen, die man als Link auch mit angeben kann. Bei Abgeordnetenwatch kann praktisch jeder Einzelne jeden Politiker dazu zwingen, zu einem bestimmten Punkt Farbe zu bekennen. Dabei sollte man darauf achten, dass man möglichst sachlich fragt und durch eine evtl. einleitende Vorbemerkung eine möglichst simple Antwort provoziert. Denn die Politiker versuchen sich gerne mit langen Textbausteinen um eine klare Antwort herumzudrücken.
  • Äußerst kurzweilig aber von geringem Einfluss dürften Mash-up-Videos sein, bei denen Aussagen von Politikern o.ä. so zusammengeschnitten werden, dass sie ganz andere Aussagen tätigen.
  • Besonders gut geeignet sind selbst erstellte Bilder und Layouts, bzw. Abänderungen bereits bestehender Bilder. Bestes Beispiel ist die Plakatserie der SPD zur Europawahl, die vielfach als Vorlage verwendet wurde, um satirische Motive zu erstellen, die sich gegen die SPD richteten. Bilder sind oftmals besser als viele Worte, da sie politische Aussagen binnen Sekunden transportieren. Auch aufwendige Grafiken, wie diese oder dieses hier, sind ein äußerst nützliches Mittel, um auf problematische Themen aufmerksam zu machen. Natürlich müssen diese Motive dann in Blogs, Social Networks und Foren möglichst große Verbreitung finden.
  • Die Gründung von “Anti-Gruppen” in sozialen Netzwerken wie StudiVZ, Facebook und Wer-kennt-wen ist ebenfalls sehr nützlich um Freunde und Bekannte auf einzelnen Themen aufmerksam zu machen. Dabei darf man dann nicht vergessen diese auch in die Gruppen einzuladen.
  • Wenn man originelle oder besonders aussagekräftige Inhalte auf Internetseiten entdeckt (egal ob youtube oder eine satire-Seite), dann kann man das auch mal innerhalb seines privaten Netzwerkes herumschicken. Sei es per E-Mail oder per Link (mit Bild) in irgendwelchen internen Foren. Mittlerweile verfügen selbst Internetausdrucker über berufliche E-Mail-Konten und können so auch für bestimmte Themen sensibilisiert werden. Allerdings muss man hier dringend darauf achten, dass man nicht zuviel verschickt. Sonst landet die eigene E-Mail-Adresse schnell im Spam-Ordner der Empfänger.
  • Wenn man es den führenden Politikern besonders schwer machen will, kann man auch Guerilla-Aktionen unternehmen und Veranstaltungen der Politiker dazu nutzen den eigenen Protest kund zu tun. Politiker sind nämlich ständig unterwegs und halten immer irgendwo eine Rede oder einen Vortrag. Die Termine dazu findet man meistens auf der Behördenseite, die der Politiker leitet oder aber auch auf der persönlichen Mandatsseite. Wer sich die Mühe macht, kann so auch die Termine besonders wichtiger Politiker sammeln und veröffentlichen. Damit zeigt man denen nämlich wie es sich anfühlt, wenn man “überwacht” wird. Insofern sollte es mehr Aktionen geben wie diese hier.
  • Äußerst effektiv ist es auch wikipedia-Einträge zu ergänzen. Insbesondere die vielen Seiten der einzelnen Politiker eignen sich hervorragend um deren Aussagen oder Standpunkte dort für alle dauerhaft sichtbar zu machen. Dabei muss natürlich beachtet werden, dass es keine Belanglosigkeiten sind. Die neuen Informationen müssen für den entsprechenden Politiker eine gewisse “enzyklopädische” Bedeutung haben. So dürfte die Aussage “Killerspiele zu zensieren” bei Schäubles Eintrag kaum der Rede wert sein, während diese bei seinem (bislang kaum bekannten) Schwiegersohn von relativ großer Bedeutung wäre. Wenn man besonders dreist ist, dann weist man den Politiker auf den geänderten Eintrag hin und provoziert damit eine “Rückgängigmachung”, die nicht unentdeckt bleibt und so Stoff für das nächste Skandälchen liefert.
  • Angebot und Teilnahme an allen möglichen Online-Umfragen in Sachen Politik und Parteien. Durch das zwar nicht sehr repräsentative Bild werden aber die etablierten Medien aufmerksam und berichten dann verstärkt über die Kritiker und die anderen Gruppen als nur den “großen” Parteien.
  • Die Beteiligung an Demonstrationen, Kundgebungen oder sonstigen Aktionen ist auch ein äußerst wichtiges Instrument der politischen Einflußnahme. Denn je mehr Teilnehmer zu einer Demo kommen, desto umfangreicher wird auch die Berichterstattung darüber in den “offline-Medien”.
  • Die verstärkte Etablierung von Aggregatoren, die in kürzester Zeit Inhalte aus den entlegensten Regionen des Web, ganz nach vorne bringen wäre wünschenswert. (z.B. wikio.de). Für diesen Wahlkampf noch zu früh, aber langfristig dürften sich “persönliche Aggregatoren” wie friendfeed.de oder soup.io durchsetzen. Ähnliche Funktionen gibt es ja bereits bei Facebook, die für eine vielfältige Kommunikation innerhalb des eigenen Netzwerkes sorgen.
  • Wahlaufrufe zu Lasten bestimmter Parteien müssen im Vorfeld der Bundestagswahl auch stärker etabliert werden. Es geht ja schließlich nicht daraum eine bestimmte Partei zu fördern, sondern darum die Parteien abzustrafen, die das Internet und die Bürgerrechte mit Füßen treten.
  • Wer trotz Interesse aber keine Zeit hat, der kann auch Geld spenden. Der AK Vorrat ist immer auf Spenden angewiesen. Auch weitere Bürgerrechtsorganisationen wie den FoeBuD oder die wikimedia-Foundation kann man aktiv durch Geldspenden unterstützen.
 

Eine Reaktion zu “Waffen der Netzgemeinde im Wahlkampf”

  1. Miloam 29. Juni 2009 um 22:54 Uhr

    Durch Zufall bin ich auf diesen Artikel gestoßen, nachdem ich schon lange nach Tipps für weitere Aktionen gesucht habe. Vielen Dank also dafür!

    Allerdings sind einige Tipps für einen Offline-Menschen wie mich nicht ganz verständlich. So weiß ich z.B. nicht, was Aggregatoren tun oder sind. Vielleicht gibt es zu diesen Dingen einen aufklärenden link? Jedenfalls bräuchte ich noch ein paar Erläuterungen, was man denn genau mit diesen Aggregatoren anstellen kann.

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben

 

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: