Argumente gegen eGesundsheitskarte
blogfuerst 26. Mai 2009
Angesicht der jüngsten Bundestagsanhörung zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und der kritischen Nachfragen der Opposition ist dem Lobbyistenverband Bitkom offenbar der Kragen geplatzt. Im heise-Forum fand sich eine äußerst lesenswerte Erwiderung dazu:
Ich will das Scheißding einfach nicht
Wer an meiner persönlichen Krankenakte interessiert ist, muß schon seinen Arsch zu meinem Arzt bewegen, dort einbrechen und mit der Taschenlampe in der Hand nach meiner Akte suchen. Erstens glaube ich nicht, daß jemand ausgerechnet und einzig an meiner Akte interessiert sein könnte und zweitens kostet so ein ‘richtiger’ Einbruch schon etwas Überwindung. Deshalb halte ich meine Akte – so wie sie jetzt ist – für relativ sicher.
So ein vernetztes Datensystem hat aber nicht nur einen Eingang (wie die Tür zur Arztpraxis), sondern tausende Eingänge. An jedem dieser Eingänge können sich irgendwelche Hacker Tag und Nacht völlig unbemerkt zu schaffen machen. Und hier ist auch die Motivation eine ganz andere, denn wer da ran will, interessiert sich eben nicht speziell für meine Akte, sondern für möglichst viele oder alle.
Der Verschlüsselung traue ich nicht, weil ein Treuhänder den Zweitschlüssel für jede Karte bekommen soll. Außerdem hat der Hersteller der Karte die Daten. Das sind zwei Angriffspunkte, falls der Staat doch mal zwecks Terrorismusbekämpfung (also wenn z.B. mal in Heiligendamm demonstrieren will) auf die Daten zugreifen will. Da genügt eine kleine Gesetzesänderung und die Treuhänder müssen der Staatsanwaltschaft die Schlüssel rausrücken.
NEIN DANKE!
Zuguterletzt traue ich niemandem. Auch nicht den Ärtzen. Deshalb verrate ich beim Arztbesuch nur das, was der Arzt wissen muß. Ich werde einen Teufel tun, jedem Arzt meine ganze Krankengeschichte zugänglich zu machen. Aber genau das werde ich mit der eGKarte tun müssen, denn entweder ich gewähre den Zugriff ganz oder gar nicht.
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