DNA-Fingerabdruck für Hunde
blogfuerst 29. Januar 2009
Nochmal Bayern. (Die scheinen offenbar wirklich nix besseres zu tun zu haben)
Der Bürgermeister der unterfränkischen Kleinstadt Volkach Peter Kornell von den “Freien Wählern” (das sind in Bayern + anderswo ehemalige rechtsaußen Unions-Betonköpfe, die nicht mehr warten wollten, bis ihnen die Partei einen hübschen Posten anbietet), hat den Ernst gemeinten Vorschlag gemacht, von allen Hundebesitzern im Dorf DNA-Proben zu sammeln, um die Hundebesitzer zu ermitteln, die unerlaubt ihren Hund koten ließen:
„Man kann auch ein Haar nehmen oder eine Kotprobe“, erläutert Kornell. Die Daten der Vierbeiner sollen nach seinen Vorstellungen in eine Gen-Datenbank eingepflegt werden. Beim nächsten Hundehaufen, der liegenbleibt, wird eine Probe genommen, ins Labor geschickt und mit den Datensätzen verglichen – und schon kennt man den Übeltäter.
Allerdings dürfte es mit dieser Methode sogar unschuldige Hunde treffen, die gar nicht falsch gekotet haben:
Wegen der Überzüchtung der Tiere dürfe die Inzestfrage nicht außer Acht gelassen werden, sagt Prof. Christoph Meißner vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Würzburg. „Möglicherweise haben gleichrassige Hunde das gleiche DNA-Profil.“ Daher könne man nie sicher sein, ob der gefundene Übeltäter tatsächlich der Richtige ist.
(Dass sich mit so einem Schmarrn sogar ein Uni-Professor beschäftigt ?)
Diese Schnappsidee dürfte jedoch am Ende an einer Banalität politischen Alltags scheitern – dem Geld:
Allein das Anlegen einer Datenbank schlage pro Hund mit gut 200 Euro zu Buche – macht 80.000 Euro plus die anfallenden Testkosten.
Der 20-köpfige Stadtrat will Anfang Februar das Thema erneut beraten – wie schon so oft, sagt Mitglied Robert Menz (FWG), der sich über die Rücksichtslosigkeit so mancher Hundehalter ärgert. Zwar glaubt der Steuerberater nicht, dass im idyllisch an der Mainschleife gelegenen Volkach überdurchschnittlich mehr Tretminen zu finden sind als anderswo.
Dennoch:„In letzter Zeit häuft sich das. Es riecht, es stinkt, es ist eklig.“
Mein Vorschlag wäre: Einfach mal die Fresse halten !
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