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Konsumgutscheine und Lebensmittelmarken

blogfuerst 24. Dezember 2008

Der Vorschlag von einigen führenden SPD’lern darunter die stellvertretende Bundesvorsitzende Andrea Nahles, den Bürgern Konsumgutscheine in Höhe von 500 Euro zu “schenken”, wurde bereits vielfach kritisiert. Aus meiner Sicht ist der höchst kurzfristige Strohfeuer-Effekt einer solchen Maßnahme weniger das Problem. Die Politiker verbrennen täglich Unsummen an Steuergeldern. Das größere Problem an diesem Vorschlag ist die Sichtweise seiner Befürworter. Ginge es ihnen wirklich nur um “mehr Geld in den Taschen der Bürger”, hätten sie diesen Betrag einfach direkt ausbezahlt oder in Form von Steuersenkungen den Bürgern gereicht. Mit dem Konsumgutschein aber wollen die Befürworter dem Einzelnen mehr oder weniger vorschreiben, was er mit diesem Geld zu tun und zu lassen hat. Er soll es z.B. nicht anlegen oder sparen. Wohin diese Sichtweise führt, wenn man sie konsequent zu Ende denkt, hat Australien gezeigt. Dort wurde der Vorschlag von Konsumgutscheinen tatsächlich umgesetzt. Allerdings in Form einer direkten Auszahlung, die sich “Familienbeihilfe” nannte. Und das Ergebnis? Nach dem Tag der Auszahlung sind die Verkäufe von Spielekonsolen sprunghaft angestiegen. Verzweifelte Händler hätten über unerwartet hohe Bestellungen geklagt. Das ist überraschend. Ging man hierzulande doch vermehrt davon aus, dass dieser Betrag überwiegend in neue 50-Zoll Flachbildfernseher aus Südkorea fließen würde. Unterm Strich aber profitieren in beiden Fällen von solchen “Geschenken” ans Volk vor allem Konzerne aus Japan und den USA. Damit würde der Zweck dieser Gelder – die Binnennachfrage zu Gunsten der Binnenwirtschaft anzukurbeln – jedoch völlig verfehlt. Der Bürger ist halt einfach zu blöd, sich gesamtwirtschaftlich korrekt zu verhalten. Die Konsequenz ? Diese Konsumgutscheine müssten noch weiter eingeschränkt werden. Andrea Nahles hat auch gleich gesagt wie:

“Ein neuer Kühlschrank, kleinere Renovierungen, Dinge, die bisher aufgeschoben wurden, könnten damit realisiert werden”

Allerdings wären diese Einschränkungen auch nicht ausreichend. Denn schließlich stellen nicht nur deutsche Hersteller Kühlschränke her, sondern “Dinge die aufgeschoben wurden” kann schließlich alles bedeuten. Demnach müsste der Konsumgutschein noch weiter eingeschränkt werden, wenn er seine Wirkung nicht völlig verfehlen soll. Dann jedoch würde es sich eigentlich nicht mehr um einen Konsumgutschein handeln, sondern seiner Natur nach eher um einen Bezugsschein. Wenn der gemeine Bürger seine eigenen Steuergelder nicht “sinnvoll” verwenden kann – wäre es da nicht einfacher, wenn der Staat gleich die erforderliche Binnennachfrage selbst ankurbelt und die Waren auch gleich selbst für die Bürger bestellt ? Die Waren könnten dann gegen Vorlage des Konsumgutscheins Bezugsscheins abgeholt werden. Wobei mir das irgendwie bekannt vorkommt…

 

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