Virtueller Raub
blogfuerst 22. Oktober 2008
Auf den ersten Blick erscheint die Meldung, dass zwei Jugendliche wegen Diebstahls “virtueller Güter” verurteilt wurden erstaunlich.
Die zu gemeinnütziger Arbeit und Bewährung verurteilten 14- und 15-jährigen Jugendlichen hatten einen anderen Jugendlichen gezwungen, sie mit nach Hause zu nehmen. Dort zwangen sie ihn unter Anwendung von Gewalt, ihnen virtuelle Gegenstände aus dem Online-Spiel “Runescape” auf deren Spielkonto zu übertragen.
Nach genauerer Betrachtung scheint es sich hierbei um eine besonders schwere Form der Nötigung zu handeln. Allerdings hat das Gericht hier Raub angenommen, weil die übertragenen virtuellen Gegenstände auch Güter und deren Entwendung Diebstahl bzw. Raub ist. Dieser Fall ist aus juristischer Sicht höchst spannend, da er die bislang noch völlig jungfräuliche Problematik beleuchtet, inwieweit Gesetze und Regeln der echten Welt, auch beim “Spielen” in der virtuellen Welt Anwendung finden.
- Kurioses , recht kurios
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